Merken

Streetworkerin in Bolivien

Warum eine Abiturientin einen einjährigen Freiwilligendienst in Südamerika leisten will.

Teilen
Folgen
© privat

Von Patricia Franke

Zabeltitz. Die meisten meiner Mitschüler neigen dazu, mit dem Abitur in der Tasche ein Studium zu beginnen, vorzugsweise nahe der sächsischen Heimat. Mich jedoch führt mein Weg zuerst in eine andere Richtung: Im August werde ich zu einer Reise in einen vollkommen anderen Kulturkreis aufbrechen, über den Pazifik direkt hinein ins zentrale Lateinamerika, nach Bolivien.

Der Grund dafür ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, den ich für 12 Monate in einem der ärmsten Länder Südamerikas leisten werde. Denn schon seit geraumer Zeit stand für mich fest: direkt nach dem Ende der Schulzeit schon wieder Formeln zu pauken und Klausuren zu schreiben kommt nicht infrage.

Diese Auszeit möchte ich aber möglichst sinnvoll nutzen, weshalb ich mich für einen Arbeitsplatz als Freiwillige bei der Organisation ICYE (Internationaler kultureller Jugendaustausch) beworben habe. Mit der langersehnten Zusage kam Anfang des Jahres zwar auch eine Menge Papierkram auf mich zu, doch schließlich stand fest: Ich werde in Bolivien mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in einem Kinderheim oder Waisenhaus bzw. in einem Street-Work-Projekt arbeiten. Und dort beispielsweise in Form von Theaterworkshops und Sportkursen soziale Werte vermitteln, das Selbstvertrauen der oftmals traumatisierten Kinder fördern und ihnen hoffentlich Perspektiven für ihre Zukunft geben – fernab von Straßenarbeit und Kriminalität. Ich selbst werde über meine bolivianische Gastfamilie viel über die Kultur, den Alltag und die Gepflogenheiten der Bolivianos lernen dürfen, mein Spanisch verbessern und hoffentlich während der Urlaubstage zum größten Salzsee der Erde, dem Salar de Uyuni, reisen und das Land mit allen Sinnen erleben können.

Ein Kreis von Förderern

Natürlich ist so ein Jahr als Freiwillige sehr kostenintensiv, denn die Flugkosten, die Unterkunft bei einer Gastfamilie und viele andere Dinge müssen bezahlt werden. Glücklicherweise ermöglicht das Programm „weltwärts“ – vergleichbar mit einem freiwilligen sozialen Jahr, nur für Entwicklungsländer – jungen Menschen eine staatliche Förderung. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt den Einsatz finanziell zu einem großen Teil, doch ein Viertel der anfallenden Kosten, etwa 2 500 Euro, müssen vom Freiwilligen selbst getragen werden. Deshalb war es meine Aufgabe während der letzten Monate, einen möglichst großen Kreis an Förderern aufzubauen. Ich gewann das Interesse einer Reihe von Vereinen, Firmen sowie von Privatpersonen, die sich gern bereiterklärten, meinem Vorhaben mit einer Spende unter die Arme zu greifen. Nun geht der Spenderkreis in die finale Runde: Bis zum 15. Juni müssen alle Spenden eingegangen sein, damit mir dieser Freiwilligendienst ermöglicht werden kann. Dass meine soziale Arbeit nicht die Welt verändern wird, das ist mir vollkommen klar. Doch ich hoffe, damit einen kleinen Beitrag für eine tolerantere, solidarischere Welt leisten zu können und den Kindern in Bolivien ein etwas friedlicheres, etwas respektvolleres Zusammenleben zu ermöglichen. Wenn Sie diesen Wunsch teilen und mich bei meinem Vorhaben unterstützen möchten, helfen Sie mit einer Spende auf folgendes Konto:

Spende an ICJA Freiwilligenaustausch, Verwendungszweck: Spende 26-2359, Ihr Name/Firmenname, IBAN: DE07 3506 0190 1011 8120 20, BIC: GENODED1DKD