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Strehla nimmt mehr Gewerbesteuer ein

Mehr Einnahmen, aber auch gestiegene Schulden: Strehlas Haushalt für 2018 liegt vor. Die SZ hat ihn sich angeschaut.

© Sebastian Schultz

Von Eric Weser

Strehla. Alle zehn Tage verliert Strehla einen Einwohner. Keine besonders erfreuliche Zahl, die die städtische Kämmerei da errechnet und an den Beginn des aktuellen Haushalts gestellt hat. Aber das Zahlenwerk beinhaltet auch einige gute Nachrichten. Die SZ hat sich den Etat für 2018 angeschaut und fasst Eckpunkte zusammen.

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Zwei Einnahmequellen sprudeln

Einen erfreulichen Trend gibt es bei einer wichtigen Geldquelle für die Stadt. Das Gewerbesteueraufkommen ist zuletzt Jahr für Jahr gestiegen. 2013 hatte es noch unter 400 000 Euro gelegen. Für dieses Jahr rechnet man im Rathaus mit mehr als einer halben Million Euro Gewerbesteuern. Ob der Trend anhält, muss sich zeigen. Die Gewerbesteuer gilt als schwierig prognostizierbar. Plötzliche Einbrüche und Rückzahlungen sind nie ausgeschlossen. Wichtiger bleibt für Strehla der – ebenfalls seit Jahren steigende – Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (reichlich eine Million Euro). Und noch wichtiger als die Steuern sind für die Stadt die Schlüsselzuweisungen vom Freistaat mit knapp anderthalb Millionen Euro.

Steigende Ausgaben für Personal und Kreisumlage

Fast ein Viertel der 2018er Einnahmen gibt die Stadt Strehla für ihr Personal aus – insgesamt 1,6 Millionen Euro. Laut Haushalt sind in Summe 43 Menschen bei der Stadt beschäftigt. Rund 1,2 Millionen Euro muss die Stadt Kreisumlage ans Landratsamt überweisen. Den größten Teil ihres Geldes gibt die Stadt aber für Sach- und Dienstleistungen aus. Das Gros davon fließt in Instandhaltungen (siehe Punkt: Gebaut wird auch weiterhin rege). Mehrere Hunderttausende Euro kostet die Stadt das Beliefernlassen städtischer Einrichtungen vom Bad bis zur Bibo mit Strom oder Heizenergie.

Gebaut wird auch weiterhin rege

Strehla investiert und hält instand, wobei es für quasi jedes Projekt Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe von Bund und/oder dem Land gibt. Größte Investition sind laut Plan die Fortsetzung des Fußwegbaus an der Oschatzer Straße (knapp 160 000 Euro). Schon 2017 geplant, aber erst dieses Jahr umgesetzt, wird der Sportplatzbau an der Oberschule (knapp 118 000 Euro). Kaufen will die Stadt dieses Jahr auch ein Feuerwehrboot (veranschlagte 50 000 Euro).

Außerdem ist Geld für die Schaffung zweier WLAN-Hotspots vorgesehen – am Markt und am Nixenbad-Parkplatz (geplante 25 000 Euro). Nicht unter Investitionen fallen Instandhaltungen. Mit 800 000 Euro für den gerade eröffneten Markt 2 und die Brandschutz-Ertüchtigung in der Grundschule fließt im Bereich der Stadtsanierung das meiste Geld. Daneben soll die Karl-Marx-Straße eine neue Deckschicht bekommen (159 000 Euro). Gut 60 000 Euro sollen ins neue Dach des städtischen Wohngebäudes an der Thälmannstraße fließen. Im Sportlerheim soll ein Heizkessel getauscht werden (14 000 Euro). Ebenfalls in diesem Jahr vorgesehen: letzte Flut-Wiederaufbauprojekte, darunter der Damm in Paußnitz oder der Schluchtenwald im Park. Diese Maßnahmen bekommt die Stadt zu 100 Prozent gefördert.

Schulden erreichen neuen Höchststand

Strehlas Schulden werden Ende 2018 mit reichlich 3,7 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreichen. Auf jeden der 3 742 Einwohner entfallen damit rechnerisch mit 996 Euro. Eine Rekordmarke, die sich aber relativiert, blickt man ein paar Jahre weiter zurück. Von der Wende bis Mitte der 1990er hatte die Stadt fast 14 Millionen D-Mark (fast sieben Millionen Euro) Schulden angesammelt, die dann bis 2015 konstant getilgt wurden. Für die gestiegene Verschuldung ab 2016 ist der Abwasserbau in den Ortsteilen verantwortlich. Nun will die Stadt wieder Kredite abbezahlen und ihren Schulden Ende 2021 wieder unter die Drei-Millionen-Euro-Marke drücken.