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Streifenwagen werden amerikanisch

Die Polizei soll Autofahrer mit neuen Signalen eher zum Halten bewegen. Doch so schnell ist der Einsatz nicht geplant.

© dpa

Von Thomas Christmann

Auf den Straßen rund um Görlitz herrschen bald amerikanische Verhältnisse. Tatütata und Blaulicht reichen der Polizei nicht mehr. Mit Wiuwiu sollen Beamte die Verkehrssünder stattdessen künftig stoppen. Dazu gesellt sich ein neues rotes Blinklicht. Yelper und Flasher nennen sich die neuen Signale, mit denen Sachsens Funkstreifenwagen nach US-Vorbild ausgestattet werden. Eine Verordnung des Bundesverkehrsministeriums macht das seit 2013 möglich. In einigen Bundesländern klingen Polizeiautos im Einsatz schon wie in Hollywood-Filmen.

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Nun will auch der Freistaat nachziehen. „Die neuen Signale sollen die Sicherheit für Polizeibeamte und Bürger bei Kontrollen erhöhen“, sagt Bastian Fermer vom sächsischen Innenministerium. Neben der Leuchtschrift „Stopp Polizei“ greifen die Beamten auf den akustischen Yelper und optischen Flasher zurück. Dadurch wüsste der Autofahrer, dass er am rechten Fahrbahnrand anhalten solle, so Fermer. Bisher müssen diese dafür zuerst überholt werden. Blaulicht wie Martinshorn bleiben aber erhalten. In der Praxis sollen die neuen Signale erst zum Einsatz kommen, wenn die Bevölkerung darüber informiert ist und ausreichend Streifenwagen umgerüstet sind. Die Technik werde jetzt schrittweise eingeführt, sagt Fermer. Bei neuen Fahrzeugen erfolgt der Einbau serienmäßig. Zu den Kosten kann das Innenministerium keine Angaben machen, um ein Beeinflussen des Marktes zu verhindern.

Conny Stiehl, Leiter der Polizeidirektion Görlitz, findet die neuen Signale zwar ungewöhnlich, aber gut. Er hat nach eigenen Angaben das Gefühl, dass die Autofahrer die Streifenwagen nicht mehr so wahrnehmen. Eine Sorge, die ihn schon als jungen Beamten begleitete. Von 1976 bis 1978 fuhr Stiehl noch auf den Straßen von Chemnitz, in einem Lada-Streifenwagen mit großen Sirenen. Schon damals hätten ihn die Autofahrer nicht immer gehört, berichtet er. „Es war zu leise.“ So hatten die Polizisten auch ihre Schwierigkeiten, überhaupt zügig voranzukommen. Der Verkehr hat seither enorm zugenommen und damit auch das Problem.

In der Polizeidirektion sind in den nächsten Jahren etwa 120 Streifenwagen von der Umrüstung betroffen. Für einige hätte man sowieso neue Signale anschaffen müssen, sagt Stiehl mit Blick auf den Verschleiß der Technik. Und alles, was der Verkehrssicherheit diene, sei nur zu begrüßen. „Tatsächlich wird es die Praxis zeigen“, sagt er.