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Keine Streiks an Sachsens Flughäfen

Die Airport-Holding und Verdi einigen sich auf einen Manteltarif. Ferner gibt es vier Prozent mehr Geld für die 1 000 Mitarbeiter.

© dpa

Von Michael Rothe

Dresden. Das war ein Feuerwehreinsatz – auch in Sachen Feuerwehr. Mit der Tarifeinigung bei der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) am späten Dienstagabend sind die von der Gewerkschaft Verdi angedrohten Streiks an den Flughäfen Dresden und Leipzig-Halle vom Tisch. Hätten etwa die dortigen Betriebsfeuerwehren die Arbeit verweigert, wäre nichts mehr geflogen.

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Flughafenkonzern und Gewerkschaft haben sich im siebten Anlauf auf einen neuen Manteltarifvertrag und mehr Gehalt für alle Mitarbeiter geeinigt. Demnach erhalten die rund 1 000 Beschäftigten in diesem Jahr einmalig 1 150 Euro zusätzlich und ab März 2018 vier Prozent mehr Gehalt. Lehrlinge bekommen analog 500 Euro und eine um mindestens 120 Euro höhere Ausbildungsvergütung.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Gerd Doepelheuer. „Mit dem Kompromiss konnten Streiks verhindert und für die Beschäftigten spürbare Verbesserungen festgeschrieben werden“, so der Landesfachbereichsleiter. Das Paket enthalte auch einen auf 30 Tage erhöhten Grundurlaub für alle Beschäftigten und bis zu fünf freie Tage für Schichtarbeiter, so der Gewerkschafter. Im Gegenzug musste Verdi eine längere Laufzeit bis Mitte 2019 akzeptieren. Auch die angestrebte Schichtbegrenzung habe man nicht hinbekommen. Beide Parteien hatten seit Anfang des Jahres auch zu Umkleidezeiten und höheren Zeitzuschlägen verhandelt.

Zur öffentlich-rechtlichen MFAG gehört neben beiden Flughäfen die Abfertigungsgesellschaft Portground. Der Freistaat hält gut 77 Prozent der Anteile und stellt mit Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) und Finanzminister Georg Unland (CDU) zwei Aufsichtsratsmitglieder. Nach fünf Jahren des Passagierschwunds legte die Zahl der Reisenden bis Ende August 2017 wieder zu.