merken

Streit der Eltern eskalierte

Weil er seine Ex-Lebensgefährtin geschlagen haben soll, steht ein Döbelner vor Gericht. Ist es nur ein Rosenkrieg?

© Maurizio Gambarini / dpa

Von Helene Krause

Anzeige
Zeit, dem Weihnachtsstress zu entfliehen!   

Über Thüringen liegt der Adventszauber und lädt ein, die Vorweihnachtszeit ohne Hektik im Herzen Deutschlands zu genießen.

Döbeln. In einer Wohnung an der Bahnhofstraße in Döbeln kam es Ende Januar 2016 zu einem heftigen Streit eines Paares. In dessen Folge soll ein heute 23-jähriger Döbelner seine damalige Lebensgefährtin zu Boden gestoßen und sie in den Bauch getreten haben. Zu dem Zeitpunkt soll das Opfer im vierten Monat schwanger gewesen sein. Wegen des Vorfalls und wegen weiterer Taten gegen die Exlebensgefährtin stand der Döbelner jetzt vorm Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen werden ihm Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung.

In weiteren Anklagen legt ihm das Gericht zur Last, dass er im März 2016 in der gemeinsamen Wohnung an der Bahnhofstraße in Döbeln die Schlafzimmertür eingetreten haben soll. Es entstand ein Schaden von rund 100 Euro. Dann soll er seine Lebensgefährtin am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt haben. Außerdem soll er ihr im Dezember 2016 eine Nachricht geschrieben haben, in der er ihr drohte, sie umzubringen.

Am 25. März 2017 beleidigte er sie mit „Fotze“ und am 27. März 2017 vor der Rosenapotheke am Niedermarkt in Döbeln mit „blöde Schlampe“. Fünf Tage später soll er sie gewürgt und ihr mit der Hand gegen das linke Ohr geschlagen haben. Ernsthafte Verletzungen trug die Geschädigte bei keiner der mutmaßlichen Taten davon.

Die Vorfälle gibt der Angeklagte nur teilweise zu. Wie er sagt, kann es zu den Beleidigungen gekommen sein. Dass er die Schlafzimmertür eingetreten hat, gesteht er. Das soll aus Sorge um die Geschädigte geschehen sein. „Sie hatte sich im Schlafzimmer eingeschlossen“, sagt er. „Sie wollte sich mit einer Rasierklinge ritzen“. Dass er ihr in den Bauch getreten hat, leugnet er. Zum Zeitpunkt des Vorfalls Ende Januar 2016 war sie auch nicht im vierten Monat schwanger. Der gemeinsame Sohn kam erst im September 2016 zur Welt. Die nach dem Vorfall vom Opfer aufgesuchte Frauenärztin stellte keine Verletzungen fest.

Das Paar hatte sich im Dezember 2016 getrennt. Wie der Angeklagte sagt, will seine damalige Lebensgefährtin mit den Anzeigen erreichen, dass er das Umgangsrecht für seinen Sohn nicht erhält. Zwischen den ehemaligen Partnern tobt deswegen seit der Trennung ein Streit vorm Familiengericht.

Richterin Marion Zöllner und Staatsanwalt Marcus Schori gehen davon aus, dass die Streitigkeiten tatsächlich im Zusammenhang mit dem Umgangsrechtsstreit stehen. „Er ist kein Schläger oder Stalker“, sagt Staatsanwalt Schori. Beide schlagen dem ehemaligen Paar vor, sich im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs zu einigen. Eine Einigung wäre auch im Sinne ihres Sohnes. Dem stimmt der Angeklagte zu. Doch die Geschädigte sagt: „Ich will das nicht.“ Daraufhin stellt das Gericht das Verfahren gegen Auflage ein. Der Angeklagte muss 60 Arbeitsstunden leisten.