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Streit mit der Mutter führt vor Gericht

Wegen des Versuchs der Körperverletzung und wegen Beleidigung muss ein 18-jähriger Döbelner Arbeitsstunden leisten.

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© dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Vor Gericht ist der Angeklagte nicht unbekannt. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung und wegen Diebstahls wurde er schon verurteilt. Diesmal wird ihm im Amtsgericht Döbeln der Versuch der Körperverletzung und Beleidigung zur Last gelegt. Am Abend des 18. April 2016 soll er in der gemeinsamen Wohnung seiner Mutter an den Hals gegriffen haben. Als sich befreit und wegrennt, soll er ihr hinterher gerufen haben: „Du bist das Letzte! Du bist keine Mutter! Ich scheiß auf Dich!“ Die Mutter rannte aus dem Haus, rief die Polizei und erstattete Anzeige.

Der Tat vorausgegangen war ein Streit, in dem es um Geld ging. „Er hatte mir 180 Euro zum Aufbewahren gegeben“, erklärt die Mutter. „Das Geld sollte für eine Kaution sein. Ich sollte es ihm nicht geben, egal, wie er sich benimmt.“ Als sie ihm das Geld nicht herausgab, griff er sie an. Schon öfter soll es zwischen dem Angeklagten und seiner Mutter zum Streit gekommen sein. Der Beschuldigte hat keinen Beruf. Eine Lehre brach er ab. Er kam täglich zu spät zur Arbeit. Eine andere Lehre wurde von ihm ebenfalls abgebrochen. Vom Arbeitsamt wurden die Zahlungen eingestellt, weil er zu Treffen nicht erschienen war. Den Termin bei der Jugendgerichtshilfe blieb er ebenfalls fern. Auf die Frage, was er zurzeit mache, erwiderte er: „Ich lebe in den Tag hinein.“

Zum Tatgeschehen erklärt er, dass er seiner Mutter nicht an den Hals gegriffen habe. „Ich habe ihr ins Gesicht gefasst, weil sie mich anschauen sollte, wenn ich mit ihr rede“, sagt er. Die Beleidigungen gibt der Beschuldigte zu. Die Mutter und auch der Bruder sagen als Zeugen, er habe ihr an den Hals gegriffen.

Richterin Zöllner verurteilt den Angeklagten wegen des Versuchs der Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung zu 30 Arbeitsstunden. Diese muss er bis zum 30. September 2016 erbringen. Außerdem wird er für sechs Monate einer Betreuungshelferin unterstellt. Sollte er die Arbeitsstunden nicht leisten, droht ihm eine Haft in der Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen.