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Streit mit Radler und Mopedfahrer

Wegen Körperverletzung und Unfallflucht am Berzdorfer See musste sich ein Mann verantworten. Er kam vor dem Amtsgericht glimpflich davon.

© dpa

Von Jens-Rüdiger Schubert

Görlitz. Ein ungewöhnlicher Fall hat das Görlitzer Amtsgericht beschäftigt. Dabei ging es um einen umstrittenen Vorfall auf einem Weg am Ostufer des Berzdorfer Sees. Umstritten deshalb, weil es zwei Versionen gab. Beteiligte: zwei Radfahrer und ein Kradfahrer. Die beiden Radler, eine Frau und ein Mann, waren am Ostufer des Sees unterwegs. Der Weg ist mit einer Schranke abgesperrt, aber das Passieren auf eigene Gefahr möglich. So sollen die Radler zunächst nebeneinander gefahren sein. Nachdem der Kradfahrer hinter ihnen hupte, fuhren sie hintereinander weiter. Auf ihrer Höhe habe der Kradfahrer sie darauf hingewiesen, dass sie nicht so einfach hier langfahren könnten, weil die Straße einer Firma gehöre. Danach habe es eine verbale Auseinandersetzung gegeben, bei der der Radfahrer beleidigend wurde. Daraufhin hielt er an und legte sein Rad quer auf der Straße ab. Auch der Kradfahrer hielt an.

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Zuvor allerdings, so die Behauptung der Radler, sei das Krad zu dicht auf die Frau aufgefahren, sodass sie stürzte und sich verletzte. Danach habe sie den Mann davon abhalten können, auf den Kradfahrer loszugehen. Dieser fuhr anschließend zu einem etwa 400 Meter entfernten Objekt. Auch die Radler setzten ihre Fahrt fort und erstatteten später Anzeige wegen Körperverletzung und Unfallflucht. Daraufhin erstattete auch der Kradfahrer eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung. Diese Anzeige hatte nicht den gewünschten Erfolg. Im Gegenteil: Hätte er das nicht voreilig getan, wären die Ermittlungen gegen ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im Ansatz beendet worden. Ein Prozess wäre ebenso vermeidbar gewesen, wie die finanziellen Folgen. Denn die vermeintlich Geschädigte machte den Schaden bei der Versicherung des Kradfahrers geltend. Jetzt muss er höhere Beiträge bezahlen. Der Strafrichter stellte das Verfahren wegen Unfallflucht und Körperverletzung ein.

Dazu könnte die Aussage der vermeintlich Geschädigten beigetragen haben. Die Frau war vor Gericht nervös und unkooperativ gewesen, obwohl es darum gehen sollte, die Tat aufzuklären und den Verursacher einer gerechten Strafe zuzuführen. Aber die Zeugin machte vor Gericht derart unklare und widersprüchliche Aussagen, dass erhebliche Zweifel an ihrer Version aufkamen.