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Streit über Hundewiese

Braucht Waldheim eine Freilauffläche auf der Lessinginsel? Darüber scheiden sich noch immer die Geister.

© Dietmar Thomas

Von Verena toth

Waldheim. Für die einen gehört ein Hund zum erfüllten Leben und somit auch zum Lebensumfeld dazu, andere fürchten sich vor den Vierbeinern oder fühlen sich von ihnen gestört. Wie in vielen Orten ist das Thema Hunde im Park und der Ortsmitte auch in Waldheim immer wieder präsent. Vor allem jetzt, wenn die Temperaturen wieder steigen und die Menschen die erste Frühlingswärme im Freien genießen wollen, stoßen gegensätzliche Interessen aufeinander. Die Lessinginsel in Waldheim gerät dabei immer wieder in den Mittelpunkt. Vor rund einem Jahr hatte ein Waldheimer einer Unterschriftenaktion gestartet und wollte damit erreichen, dass das Areal als städtische Hundewiese eingezäunt und ausgewiesen wird.

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Die Stadträte hatten sich im Februar vergangenen Jahres jedoch gegen eine solche Anlage auf der Lessinginsel ausgesprochen. Auch Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) sieht nach wie vor keine Notwendigkeit dafür. „Egal, in welchem Teil der Stadt man wohnt, es gibt ringsherum immer die Möglichkeit, in den angrenzenden Wald zu spazieren“, macht er deutlich. Eine Hundewiese mitten im Zentrum halte er nicht für nötig. „Zumal wir die Lessinginsel auch als Veranstaltungsort für städtische Feste und Veranstaltungen nutzen“, gibt er zu bedenken. Dennoch: Eine endgültige Meinungsfindung darüber habe noch nicht stattgefunden.

Hundebesitzer Werner Weinhold würde sich darüber freuen, mit seiner elfjährigen Anka einen Treffpunkt für Gleichgesinnte zu haben. Täglich sind die beiden unterwegs. Auch auf der Lessinginsel drehen sie ihre Runden. Die Hundewiese müsse aber mit Zaun und vor allem mit festen Regeln für das Verhalten von Hund und Herrchen ausgestattet sein.

Kevin Föhre, Besitzer einer sechsjährigen Amerikanischen Bulldogge, ist da jedoch anderer Meinung. „Immer alles durchregeln, halte ich nicht für sinnvoll. Ich erwarte vielmehr von jedem, dass er mehr Eigenverantwortung übernimmt. Das heißt, ich leine meinen Hund sofort an, wenn mir andere Leute begegnen“, erklärt er. Besonders wenn Kinder in der Nähe sind, sei er aufmerksam und rücksichtsvoll. Täglich führe er seine Hündin auf der Lessinginsel Gassi. „Und das klappt auch, ganz ohne extra Hundewiese oder feste Benimmregeln“, ergänzt er noch.

Ebenso entspannt sieht es eine Waldheimer Seniorin, die die Frühlingssonne genießt. „Ich gehe hier oft spazieren, gestört wurde ich von Hunden nicht“, so die 66-Jährige. Angst habe sie ohnehin keine, und über die Sauberkeit könne sie sich nicht beschweren. „Gebissen wurde ich hier nur einmal, von einem Schwan“, schmunzelt sie.

Die junge Mutter Nicola Goltz kommt gern mit Töchterchen Johanna auf den Oberwerder. Obwohl sie sich schon über freilaufende Hunde auf dem Spielplatz geärgert habe und auch besonders darauf achten müsse, dass ihre Zweijährige nicht in einen Hundehaufen tritt, lehne sie einen Treffpunkt für Hunde und ihre Besitzer im gleichen Areal nicht gänzlich ab. „Tatsächlich finde ich einen abgegrenzten Bereich für die Vierbeiner sinnvoll. Denn das würde auch das Problem Sauberkeit im gesamten Park lösen“, meint sie. Aber vor allem sei ihr auch das Zusammentreffen zwischen Mensch und Hund wichtig. Letztlich könnten alle Seiten davon profitieren, wenn man sich unter kontrollierten Bedingungen begegnen würde. „Zum Beispiel könnte man mit seinem Kind gefahrlos das Spiel der Hunde von außerhalb beobachten. Auch die Hunde gewöhnen sich an die Geräusche, die Kinder beim Spielen machen“, so die 32-Jährige aus Hartha.

Für Tino Schmidt wiederum überwiegen die Nachteile einer Hundewiese. „Leider beherrschen und kennen längst nicht alle Hundebesitzer ihr Tier gut genug. Auf solchen Wiesen kommt es früher oder später immer zu Beißereien, und auch der Kot wird nicht weggeräumt. Der Çhef des Hundesportvereins Zschopautal meint, dass die umliegenden Wälder genug Möglichkeiten zum Freilauf bieten.