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Streit um Betreuungsschlüssel in sächsischen Kitas

Der Personalschlüssel für sächsische Kitas sieht eine pädagogische Fachkraft für 13 Kinder vor. Zu wenig, meint die Opposition und wirft der Staatsregierung Versäumnisse vor.

Dresden. Die Opposition im Sächsischen Landtag hat der Staatsregierung vorgeworfen, die Versprechen zur Verbesserung der Betreuungssituation in den Kindertagesstätten nicht einzuhalten. Sowohl CDU als auch FDP hätten vor den letzten Wahlen versprochen, den Personalschlüssel zu verbessern. „Aber passiert ist in den ganzen fünf Jahren Schwarz-Gelb nichts“, sagte Fraktionschefin Antje Hermenau am Donnerstag in einer von den Grünen beantragten Aktuellen Stunde. Auch seien die Landeszuschüsse für die Kitas in Höhe von 1800 Euro pro Kind seit 2005 nicht angehoben worden.

Gestiegene Kosten seien auf Eltern und Kommunen abgewälzt worden, so Hermenau. Zur Finanzierung eines verbesserten Personalschlüssels, für die etwa 90 Millionen Euro veranschlagt werden müssten, schlug sie eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer vor.

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Die Kindertagesbetreuung führe ein Schattendasein, sagte die jugendpolitische Sprecherin der Linken, Annekatrin Klepsch. „Sachsen hat einen der schlechtesten Betreuungsschlüssel mit 1:6 in der Krippe und 1:13 im Kindergarten.“ Für die SPD erinnerte Eva-Maria Stange an die gesellschaftliche Verantwortung für die Kinderbetreuung und forderte eine Erhöhung der Kita-Pauschale.

Auch er könne sich eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels gut vorstellen, sagte Patrick Schreiber, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er verwies allerdings auf die Kosten. „Bekennen Sie Farbe, wie Sie ihre Forderungen finanziell untermauern“, forderte er.

Um die Situation in den Kitas zu verbessern, hatte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zuvor in der Chemnitzer „Freien Presse“ eine kontinuierliche Zusammenarbeit von „älteren Menschen mit Kindererzieherinnen und Kindern“ angeregt. Immerhin sei die Hälfte der Arbeitslosen in Sachsen älter als 50 Jahre - und nicht für alle Aufgaben in den Kitas sei hoch qualifiziertes Personal nötig, hieß es in dem Bericht.

Der Betreuungsschlüssel allein habe wenig Aussagekraft, sagte die sozialpolitische Sprecherin der FDP, Kristin Schütz. „Statt Statistiken aufzuhübschen, gehen wir einen anderen Weg, die Betreuungsqualität weiter zu verbessern: Wir entlasten unsere qualifizierten Pädagogen von Bürokratie.“ So solle den Erziehern mehr Zeit für die Kinder bleiben. (dpa)