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Streit um den ersten Friedwald in Sachsen

Die Kirche stellt sich gegen das Projekt eines adligen Waldbesitzers aus Coswig.

In Coswig (Kreis Meißen) soll jetzt der erste Friedwald Sachsens entstehen. Die Asche der Verstorbenen wird dabei in einer Urne an den Wurzeln eines Baumes vergraben. Die Idee stammt von Waldbesitzer Daniel von Sachsen, der für die Baumbestattung ein kleines Areal seiner 1200 Hektar bewirtschafteter Waldfläche vorgesehen hat. Er ist ein Nachfahre des Herrschergeschlechts der Wettiner. Seine Familie sieht in dem Friedwald eine Möglichkeit, sich auf eigenem Boden bestatten zu lassen. Aber auch allen anderen soll diese Form des Naturbegräbnisses offen stehen. Schon zu Lebzeiten können sich Personen „ihren“ Baum aussuchen und einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre abschließen. Die Kosten für die Bestattung belaufen sich insgesamt auf rund 1000 Euro. Bis zu zehn Urnen finden an den Wurzeln eines Baumes Platz.

Stadt prüft Antrag noch

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Noch braucht der Waldbesitzer die Zustimmung von Coswig als Träger der Bestattungsstätte: „Wir prüfen den Antrag derzeit“, sagt der Leiter des Ordnungsamtes, Olaf Lier. Gelte die Erbpacht für 99 Jahre, müsse auch gewährleistet werden, dass das Konzept entsprechend lange funktioniere – etwa durch Verträge mit Waldbesitzern.

Scharfe Kritik kommt dagegen von der evangelischen Landeskirche Sachsen: Die Totenruhe könnte leicht gestört werden, hieß es. Etwa durch Tiere oder Menschen, die ihre Freizeit im Wald verbringen. Mit einem Bestattungswald würden zudem Hürden aufgebaut. Ältere und Menschen mit Behinderung könnten die Bäume nur schwer erreichen. Die Kirche sieht in dem Friedwald „einen Trend zur Verdrängung des Sterbens“. Daniel von Sachsen vermutet dagegen, dass die Kirche um ihr Begräbnis-Monopol fürchtet. Immerhin sei eine Naturbestattung etwa um die Hälfte günstiger als ein kirchliches Begräbnis. Erst seit 2009 sind solche offenen Formen der Bestattung in Sachsen möglich, weil das Bestattungsgesetz geändert wurde. (dpa)

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