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Streit ums Haus eskalierte

Am Amtsgericht Dippoldiswalde wurde ein Fall wegen Körperverletzung verhandelt. Viele Fragen blieben offen.

Von Susanne Sodan

Da konnten Staatsanwalt und Richterin am Amtsgericht Dippoldiswalde nur die Köpfe schütteln. Vor ihnen saßen vor Kurzem zwei erwachsene Männer wegen einer Prügelei im Dezember vergangenen Jahres, die schließlich mit einem Polizeieinsatz endete. Was genau passiert war, diese Frage ließ sich auch in der Gerichtsverhandlung nicht genau klären. Der Streit war zwischen einem Immobilienbesitzer und einem Bewohner des Hauses in Tharandt ausgebrochen. Angeklagt war der Bewohner wegen Körperverletzung. Wie es zu der Handgreiflichkeit gekommen war, darüber machten beide unterschiedliche Aussagen.

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Der Zeuge, der das Haus erst vor Kurzem erworben hatte, erklärte, sei damals als neuer Inhaber wegen eines Termins mit seinem Heizungsbauer und eines ersten Kennenlernens mit den Hausbewohnern zu seinem neuen Grundstück gefahren. Der Angeklagte habe ihm den Zutritt zum Haus verweigern wollen. Als der Zeuge seine Immobilie dennoch betrat, sei es zu der Rangelei gekommen, die für den Zeugen mit Würgemalen und Prellungen geendet habe.

Der Angeklagte gab an, dem neuen Vermieter sei durchaus Zutritt zu dem Haus gewährt worden. Im Keller sei es zum Streit wegen Plänen für eine Heizungsanlage gekommen. Diese Pläne seien Eigentum des Bewohners gewesen, der vor einer Zwangsversteigerung der Immobilie Renovierungsmaßnahmen an dem Haus durchgeführt hatte. Die Pläne habe sich der neue Besitzer des Hauses aneignen wollen. Im Zuge des Streites habe der Hausbesitzer dem Bewohner Hausverbot erteilen wollen und es sei zu den Handgreiflichkeiten gekommen. Für den Angeklagten habe die Prügelei ebenfalls mit blauen Flecken und einer Schulterverletzung geendet.Beide Beteiligten riefen nach der Prügelei unabhängig voneinander die Polizei.

Das Gericht entschied, das Verfahren gegen Auflagen einzustellen. Unter anderem wurde der Angeklagte verpflichtet, 150 Euro an die Elterninitiative Sonnenschein e.V. zu zahlen. Die beiden Beteiligten hatten sich gegenseitig wegen Körperverletzung angezeigt. Die Klage gegen den Hausbesitzer war bereits zuvor eingestellt worden, ohne Auflagen. Immer wieder war während der Verhandlung von einer komplizierten Rechtslage die Rede. Unklar blieb, unter welchem Mietverhältnis der Beklagte aktuell in dem Gebäude lebt.