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Streit ums stille Örtchen

Neben der Trolli-Schänke in Pirna soll ein öffentliches WC entstehen. Kritiker erachten diesen Platz aber als wenig sinnvoll.

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© Kristin Richter

Von Thomas Möckel

Pirna. Wer in Copitz unterwegs ist und ein dringendes Bedürfnis verspürt, hat bislang ein wahrlich drängendes Problem: Er kann nicht, selbst wenn er noch so muss. In dem rechtselbisch gelegenen Pirnaer Ortsteil mangelt es an einer öffentlichen Toilette. Früher gab es zwar mal ein stilles Örtchen für jedermann, es befand sich hinter dem ehemaligen Rathaus. Aufgrund des miesen Zustandes wurde das WC aber schon zu DDR-Zeiten geschlossen. Einen Ausweich gibt es bisher nicht. Gaststätten, die man vielleicht zur Not aufsuchen könnte, sind in Copitz nicht gerade reichlich gesät. Nun allerdings will Pirna für Erleichterung in der Bedürfnisfrage sorgen.

Die Stadt, so der Plan, lässt noch in diesem Jahr eine öffentliche Toilette in Copitz errichten. Entstehen wird das WC auf einem schmalen Grundstück zwischen der Trolli-Schänke und dem Gelände der Druckerei Creutz. Fördermittel aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, das für Alt-Copitz gilt, ermöglichen den Bau. Wie viel die Toilette insgesamt kosten wird, steht aber noch nicht fest.

Die meisten Copitzer befürworten das Projekt, einige hingegen äußern sich zurückhaltender: Den Kritikern missfällt vor allem der Standort der Toiletten. Der Platz sei falsch gewählt, weil es der aus ihrer Sicht wenig einladenden Hauptstraße an Kunden mangele, für die die Toilette auch hauptsächlich gedacht sei. Als wesentlich praktikabler würden es einige Copitzer empfinden, wenn das öffentliche WC stattdessen auf dem Areal zwischen Schillerstraße und Professor-Roßmäßler-Straße errichtet würde. Aufgrund des Supermarktes, mehrerer anderer Geschäfte und einiger Arztpraxen gebe es dort eine weitaus größere Kundenbewegung als auf der Hauptstraße. Überdies hätten mehrere Anwohner schon beobachtet, wie Wildpinkler an die Wohn- und Geschäftshäuser urinieren, was gerade bei warmen Temperaturen auch zu einem übelriechenden Problem wird.

Pirna will aber trotz allem an dem favorisierten Standort für die Toilette an der Hauptstraße festhalten. Aus Sicht der Stadt sei das Gelände ideal, weil es an der stark frequentierten Stadtbrücke und direkt am Fahrradweg liegt. Darüber hinaus will die Stadt die Hauptstraße langfristig stärker beleben, was wiederum mehr Kunden zur Folge hätte. Laut des Rathauses seien auf dem Grundstück auch schon Strom- und Wasseranschluss vorhanden. Zudem ist in der näheren Umgebung für 2017 ein neuer Radlerstopp geplant, der durch die Nähe der Toilette ebenfalls profitieren würde.