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Stress in der Vorbereitung

RB Leipzig muss vor dem Saisonstart bis zu sechs Pflichtspiele absolvieren. Die Vorfreude hält sich in Grenzen.

© Hendrik Schmidt/dpa

Von Daniel Klein

Diesmal hat RB Leipzig ganz klar die Nase vorn. Schneller ist keiner. Als erster Erstligist starten die Rasenballer an diesem Donnerstag mit einem Pflichtspiel in die neue Saison – und das viereinhalb Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt.

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Der Frühstart kommt Trainer-Rückkehrer Ralf Rangnick so gelegen wie ein Kreuzbandriss eines Leistungsträgers. Eingebrockt haben sich das die Leipziger aber in erster Linie selbst, weil sie in der vergangenen Saison eine bessere Platzierung als Platz sechs leichtfertig verspielten. Der hätte für den direkten Einzug in die Gruppenphase der Europa League gereicht, wenn der FC Bayern das DFB-Pokalfinale gewonnen hätte. Auch das ging schief, und weil die Europacuphistorie von RB eine denkbar kurze ist, die Anzahl der Koeffizientpunkte entsprechend niedrig, muss die Mannschaft nun den fast kompletten Qualifikations-Umweg nehmen. Nur die erste von vier Runden blieb ihr erspart. Im Hinspiel der zweiten kommt am Donnerstagabend nun der BK Häcken nach Leipzig.

Häcken – das klingt nicht gerade nach großem Fußball. Entsprechend gebremst ist die Vorfreude auf die Partie. Knapp 18 000 Zuschauer werden erwartet, das ist nur für ein Testspiel viel. Als solches ordnet Rangnick das Duell auch ein. Er wolle nicht als überheblich gelten, aber „die ersten beiden Runden sollten als Testspiele unter Wettkampfcharakter gesehen werden“, erklärte der 60-Jährige. „Wir müssen da einen Spagat hinbekommen.“

Genau da liegt das Problem. RB möchte einerseits – allein schon aus finanziellen Gründen – die Gruppenphase der Europa League erreichen. Andererseits soll die Saisonvorbereitung so wenig wie möglich gestört werden. Wie wichtig der zweite Punkt Rangnick ist, zeigt das Rückspiel gegen den Göteborger Stadtteil-Klub Häcken in einer Woche. Dann fliegt eine Abordnung direkt vom Trainingslager im österreichischen Seefeld nach Schweden. Für den nächsten Tag ist bereits ein Test gegen Huddersfield Town angesetzt. Der Trainer will in den nächsten Wochen extrem rotieren lassen, beförderte deshalb acht Talente aus der U19 zu den Profis. Die WM-Fahrer Timo Werner, Emil Forsberg, Yussuf Poulsen und Yvon Mvogo werden frühestens in der dritten Runde eingreifen, dann, das steht bereits fest, wäre der rumänische Vertreter CS Universitatea Craiova der Gegner. Geht alles gut, haben die Leipziger schon sechs Pflichtspiele absolviert, bevor es zum Pokalauftritt zu Viktoria Köln geht.

Bei einer erfolgreichen Quali würden die englischen Wochen auch danach nicht enden. Ob die junge Mannschaft das durchsteht, ist fraglich. Aber vielleicht ist ja auch die TSG Hoffenheim, die Mannschaft des künftigen Trainers Julian Nagelsmann, ein Vorbild. Der ließ in der vergangenen Saison in der Europa League häufig eine bessere B-Mannschaft spielen. Hoffenheim verpasste so zwar die K.o.-Phase, legte in der Bundesliga aber eine furiose Rückrunde hin, kletterte auf einen Champions-League-Platz und überholte dabei auch Leipzig.

TV-Tipp: Der kostenpflichtige Streamingdienst Dazn überträgt das Spiel am Donnerstag ab 18.30 Uhr.