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Strießener feiern ihre Linde

Das 9. Lindenfest vorm Gasthof Meißner zog in diesem Jahr wieder viele Besucher an. Dabei wird auch an die einstige Hindenburg-Linde gedacht.

© Manfred Pfaff

Von Manfred Pfaff

Strießen. Am 29. Juni wurde in Strießen ab 18 Uhr das 9. Lindenfest vor dem Gasthof Meißner gefeiert. Zur Historie der Strießener Linde erfährt man aus dem „Christopherus“, den Nachrichtenblättern der Kirchfahrt Strießen mit Kolkwitz und Wistauda, Kottewitz, Medessen, Portschütz und Stauda. In einer Ausgabe aus dem Jahr 1926 ist folgendes zu lesen: Am 18. März 1926, am Nachmittag des Brezelsonntages, wurde auf der Kreuzung am Gasthof Meißner bei Anwesenheit der ganzen Dorfgemeinde unter Wort und Gesang eine Linde gepflanzt. Geschenkt hatte sie Gasthofbesitzer Paul Weißflog aus Priestewitz. Er ließ sie später noch mit einem Gitter umgeben. Durch den damaligen Bürgermeister Stein wurde sie „Hindenburg-Linde“ genannt. „Möge sie wachsen und gedeihen zur Freude der Strießener Einwohner“, soll er ausgesprochen haben.

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Sie wuchs aber nur zögerlich, da die feste Straßendecke sowie die Abgase der Kraftfahrzeuge einen normalen Wuchs verhinderten. Sie hat sich in den 76 Lebensjahren zu keinem stattlichen Baum entwickelt. Am 6. Februar 2002 musste sie dem Neubau der Kreisstraße 8551 weichen. Dies wurde natürlich allgemein bedauert, war doch ein Strießener Wahrzeichen verschwunden.

So ging es auch den Strießener „Knobelfreunden“, die sich jeden Donnerstag im Gasthof Meißner trafen. Das waren damals die Knobelfreunde Peter Feifer, Volker Gerbeth, Jens Hollonitz, Wolfgang Meißner, Michael Reibetanz, Fritz Rentsch und Thomas Walter. Sie entschlossen sich, eine neue Dorflinde zu spenden. Am 24. April 2004 war es dann so weit. Die neue Linde wurde neben der Kreuzung auf der angrenzenden Rasenfläche gepflanzt, wobei eine Kapsel mit Dokumenten und Münzen mit vergraben wurde.

Nach der Neupflanzung entstand zwischen den Kobelfreunden und der Gastwirtin Gerda Meißner der Gedanke, jährlich im Sommer vor dem Gasthof (unweit der Linde) ein „Lindenfest“ zu feiern. Deshalb wurde in diesem Jahr – mit zwei zeitlich verschiedenen Unterbrechungen das 9. Lindenfest gefeiert.

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Die Teilnehmer wurden in jedem Jahr mehr. Es wurden 110 Besucher gezählt, davon auch einige aus dem benachbarten Priestewitz. Auch Bürgermeisterin Manuela Gajewi war zu einer Stippvisite anwesend.

Ein besonderes Lob verdient auch einmal die „erweiterte“ Familie Meißner, die sich jedes Jahr sehr viel Mühe macht und außerdem wieder moderate Preise berechnet hat – nochmals vielen Dank dafür.