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Bischofswerda

Strohballen bei Weifa in Flammen

Kurz nacheinander brennt es dreimal auf Feldern zwischen Weifa und Neuschirgiswalde. Die Hinweise auf Brandstiftung verdichten sich.

Bei Weifa brannte in der Nacht zum Mittwoch ein Strohballen.
Bei Weifa brannte in der Nacht zum Mittwoch ein Strohballen. © Rocci Klein

Weifa. Dass die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Steinigtwolmsdorf, Ringenhain und Weifa derzeit schlecht schlafen, dürfte wahrscheinlich sein. Als ebenso wahrscheinlich gilt die Vermutung, ein Feuerteufel könnte der Auslöser für die unruhigen Nächte sein.

Dreimal hat es seit Anfang dieses Monats auf einem Feld in der Nähe des sogenannten Liebesecks zwischen Weifa und Neuschirgiswalde bereits gebrannt. Zum ersten Einsatz wurden die Kameraden in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli gerufen. Zu diesem Zeitpunkt war loses, zum Trocknen ausgebreitetes Stroh in Brand geraten. Von mehreren Brandherden, die nach den Löscharbeiten auf dem Feldboden entdeckt wurden, sprechen die Kräfte der Einsatzleitung, die in jener Nacht vor Ort waren.

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Bereits zwei Nächte später, zwischen dem 4. und dem 5. Juli waren die Wehren wieder vor Ort. Dieses mal war gegen 23.30 Uhr ein in Flammen stehender Strohballen nah am Straßenrand gemeldet worden. Dasselbe wiederholte sich in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli kurz nach ein Uhr. Mithilfe von Mistgabeln zogen die Einsatzkräfte das brennende Stroh auseinander und löschten es ab. Um ein erneutes Aufflammen zu verhindern, wurde die Brandstelle anschließend großflächig gewässert und mit einem Schaumteppich überzogen.

Keine Anzeichen für Selbstentzündung

Zwar konnte durch das rechtzeitige Eingreifen verhindert werden, dass die Feuer sich ausbreiteten und auf die umliegenden, noch nicht abgeernteten Felder übergriffen, zahlreiche Hinweise sprechen jedoch dafür, dass es sich bei allen drei Bränden um gezielte Brandstiftung handelte.

Zwar könne es, erklärt Gemeindewehrleiter Andreas Frey, bei Strohballen zu Selbstentzündung kommen, Anzeichen, die zu dieser Annahme führen könnten, hätten sich aber vor Ort nicht feststellen lassen. „Damit sich ein Strohballen selbst entzündet, muss frisches, noch feuchtes Stroh in seinem Inneren sein.“ Wie in einem Komposthaufen kann der einsetzende Zersetzungsprozess zu Wärmeentwicklung im Inneren des Strohballens und schließlich zu Selbstentzündung führen. Der Ballen brennt dann von innen nach außen ab. Genau das, sagt Frey, sei aber in Weifa nicht der Fall gewesen. „Die Ballen brannten von außen nach innen.“ Ein weiterer Fakt spricht gegen die Theorie der Selbstentzündung: „Neben den brennenden Ballen lagerten weitere auf dem Feld. Hätte sich das Feuer selbst entfacht, hätten auch diese brennen müssen. Im mindesten Fall hätte sich in ihrem Inneren eine erhöhte Temperatur nachweisen lassen“, so Andreas Frey. Genau das konnten die Feuerwehrleute, die umliegende Ballen mithilfe einer Wärmebildkamera untersuchten, allerdings nicht feststellen.

Polizei ermittelt zu den Ursachen

„Unserer Ansicht nach ist es Brandstiftung“, fasst Weifas Ortswehrleiter Peter Richter die Beobachtungen der Kameraden zusammen. Genaueres wird nun die Polizei klären müssen. Sie war bei den jüngsten Bränden vor Ort und hat die Ermittlungen zu den Brandursachen aufgenommen.

„Wenn hier wirklich ein Brandstifter solchen Unfug verzapft, sollte er sich bewusst sein, dass es hier um einen Straftatbestand geht“, warnt Andreas Frey eindringlich. Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigen, drohen dem Täter zwischen einem und zehn Jahre Haft.