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Bauen und Wohnen

Warum nicht mal den Anbieter wechseln?

Strom ist am Großhandelsmarkt günstiger geworden. Bei Verbrauchern kommen die Preissenkungen allerdings oft nicht an. Abhilfe kann ein Versorgerwechsel leisten.

©  pixabay.com/AlexanderStein (Symbolfoto)

Strom- und Gaskunden können eine beträchtliche Summe sparen, indem sie ihren Anbieter wechseln. Das geht eigentlich ganz einfach. "Schauen Sie sich Ihre Jahresabrechnung an", sagt Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest. "Darauf finden Sie nicht nur Ihren Verbrauch, sondern auch Ihre Zählernummer, die Sie für den Wechsel brauchen." Wer noch nie den Anbieter gewechselt hat und auch nicht den Tarif, der könne mit einer Frist von 14 Tagen kündigen. Alle anderen müssen in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) schauen.

"Bei einer Preiserhöhung gibt es ein Sonderkündigungsrecht", sagt Weitemeier. Auch hierbei steht in den AGB, welche Frist dabei einzuhalten ist. Das gilt ebenfalls für diejenigen, die den Vertrag schon einmal gewechselt haben.

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Vergleichsportale bieten Überblick

"Am einfachsten gestaltet sich die Suche nach einem neuen Energieanbieter über Vergleichsportale", sagt Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Doch Achtung: Die Portale suchen nicht ganz objektiv. "Die Voreinstellungen bei den Portalen müssen auf jeden Fall angepasst werden, denn diese sind nicht verbraucherfreundlich." Vor allem der Bonus dürfe nicht mit eingerechnet werden. 

Um flexibel zu bleiben, empfiehlt sich eine Vertragslaufzeit von einem Jahr und danach eine automatische Vertragsverlängerung von einem Monat. "Die Preisgarantie bei Strom sollte mindestens zwölf Monate sein, bei Gas ist aktuell keine Preisgarantie nötig", sagt Wallraf.

Werbeanzeigen aus Liste filtern

Wer alle Voreinstellungen der Onlineportale seinen Wünschen angepasst hat, bekommt eine Liste mit Anbietern, darunter auch Werbeanzeigen.  Es ist also wichtig, alles aufmerksam durchzulesen. Und nicht nur deshalb. "Verbraucher sollten sich nicht  ausschließlich am Preis  orientieren", rät Wallraf. "Sondern sich auch Bewertungen im Internet durchlesen."

Dabei kann man entdecken, wo der Bonus eine tatsächliche Ersparnis  ist und nicht nur Lockstoff. "Manche Anbieter haben 29 verschiedene  Boni, da muss man schon genau hinschauen", sagt Tiana Preuschoff von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Genau hinschauen ist auch bei den Daten wichtig. Das Online-Portal ist nicht der Vertragspartner, sondern der Energieversorger. Deshalb rät Preuschoff: "Überprüfen Sie, ob die angegeben Daten übereinstimmen."

Neuer Anbieter übernimmt Kündigung

Wenn der richtige Anbieter gefunden ist, kann dieser die Kündigung beim Altanbieter übernehmen, erklärt Wallraf. "Sie sollten aber selbst kündigen, wenn Sie aufgrund einer Preiserhöhung Ihr Sonderkündigungsrecht wahrnehmen wollen oder wenn sich Ihr bisheriger Vertrag bald verlängern würde." Das ist wichtig, damit die Kündigungsfristen ganz sicher eingehalten werden. Und ein weiterer Tipp: "Dokumentieren Sie jeden Schritt", rät Preuschoff. 

Wer sich nicht selbst damit beschäftigt will, wo er seinen Strom oder sein Gas günstiger bekommt, für den gibt es Agenturen, die das  übernehmen - sogenannte Wechseldienste. "Der Verbraucher bekommt einmal im Jahr Vorschläge preiswerterer Anbieter", erklärt Weitemeier. "Abhängig vom Wechselservice müssen Sie einem neuen Wechsel entweder aktiv zustimmen, oder er läuft automatisch. Hier gibt es aber eine Widerspruchsmöglichkeit." (dpa-tmn)

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