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Strom und Gas werden in Sachsen teurer

Die Stadtwerke und Regionalversorger bereiten Briefe mit Preiserhöhungen vor. Manche Versorger raten den Kunden aber zum Verhandeln.

© dpa, Montage: szo

Georg Moeritz

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Dresden. Zwei Jahre nach der letzten Welle von Preiserhöhungen stehen vielen Sachsen erneut steigende Energiepreise bevor. Zum Jahresanfang erhöhen Stadtwerke wie die Dresdner Drewag die Strompreise. Außerdem kündigten die Drewag und der ostsächsische Regionalversorger Enso am Montag an, ab Januar mehr Geld für Erdgas zu verlangen. Der Regionalversorger Envia-M in Chemnitz dagegen lässt die Gaspreise konstant und braucht beim Strompreis noch Zeit zum Kalkulieren.

Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann sagte der SZ, die Kunden würden per Brief informiert. Die Strompreis-Erhöhung der Dresdner Stadtwerke trifft zwei Arten von Kunden unterschiedlich: Wer sich nie um günstige Preise bemüht hat und daher den teuren Grundversorgungs-Tarif zahlt, muss ab Januar 0,82 Cent mehr pro Kilowattstunde bezahlen. Außerdem steigt der Jahresgrundpreis um 14,14 Euro im Jahr.

Etwas günstiger kommen Kunden weg, die sich bei der Drewag für Produkte wie Dresdner Strom privat oder online oder natur entschieden haben. Dort steigen die Preise jeweils um 0,7 Cent pro Kilowattstunde, der Jahresgrundpreis steigt um sechs Euro. Nach Angaben des städtischen Unternehmens bedeutet das 20,76 Euro Mehrkosten im Jahr für einen Dresdner Durchschnittshaushalt, der 2 100 Kilowattstunden verbraucht. Laut Drewag-Sprecherin Ostmann zahlt ein Drittel der 300 000 Strom-Kunden den Grundversorgungstarif. Sie riet ihnen, sich am Telefon oder im Kundenzentrum beraten zu lassen.

Viele Stadtwerke haben in den vergangenen Jahren eine Palette von unterschiedlich benannten Stromprodukten mit Preisunterschieden angelegt. Das erschwert Kunden den Vergleich mit anderen Energiefirmen, ermöglicht aber Verhandlungen über Preise mit demselben Unternehmen. Erst in diesem Jahr hat die Ewag Kamenz einen neuen Tarif namens Aktiv-online eingeführt, der nun zum Jahreswechsel etwas teurer wird. Auch die Stadtwerke Leipzig ändern zum Januar ihr Tarifmodell und erhöhen die Preise in der Grundversorgung um zwei Prozent. „Es wird bunt“, sagte Drewag-Sprecherin Ostmann.

Die Drewag hatte die Strompreise zum März dieses Jahres um 0,6 Cent gesenkt. Zwei Gründe nennt die Sprecherin nun für die bevorstehende Erhöhung: Die Drewag müsse mehr Geld für die Nutzung der Hoch- und Mittelspannungsleitungen bezahlen. Zugleich steige der Einkaufspreis für Strom an der Leipziger Strombörse. Dort kauft die Drewag einen Teil des Stroms. Mehr als die Hälfte erzeugt sie aber selbst, vor allem im Gaskraftwerk an der Nossener Brücke. Der Gaspreis steigt bei der Drewag um 0,48 Cent, bei der Enso um rund 0,3 Cent pro Kilowattstunde.