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Stromversorger modernisiert weiter

In der Altstadt verschwinden die Freileitungen. Die Erdkabel sind störungsarm. Ausfälle kann es aber trotzdem noch geben.

© Archiv/Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Leisnig. Seit ungefähr zwei Jahren modernisiert der Versorger Mitnetz Strom in Leisnig und den Ortsteilen alte Leitungen, ersetzt Freileitungen durch Erdkabel. Die Baustellen auf dem Sachsenplatz als größtes Wohngebiet Leisnigs oder auf der Karl-Liebknecht- und Chemnitzer Straße haben die Einwohner lange beschäftigt. Zum einen deshalb, weil es für Fußgänger und Kraftfahrer gleichermaßen Einschränkungen gab. Zum anderen, weil die Baufirmen nicht immer so arbeiteten, wie es sich die Anlieger und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gewünscht haben.

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Es gab mehrfach Beschwerden über ungenügend gesicherte Gräben, nicht wieder eingesäte Grünflächen oder Straßensperrungen von heute auf morgen, über die weder die Anlieger noch die Geschäftsleute und deren Kunden informiert worden waren. Zuletzt haben sich die Bauleute und Thomas Schröder vom Bauamt häufiger ausgetauscht. Beinahe regelmäßig konnte Schröder deshalb in Ausschüssen oder im Stadtrat über Baufortschritt und Probleme berichten.

Auch über die weiteren Arbeiten wollen die Leisniger und die Stadträte informiert bleiben. „In diesem Jahr werden im Bereich der westlichen Altstadt in Leisnig grundhafte Straßenbauten realisiert“, bestätigt Maxi Rudolph, Pressesprecherin der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom), auf Anfrage des Döbelner Anzeigers. Dabei ersetze das Versorgungsunternehmen Niederspannungsfreileitungen durch Erdkabel. Die Freileitungen seien am Ende ihrer technischen Nutzungsdauer angelangt. Die Erneuerungen betreffen die Ziegelgasse auf einer Länge von rund 50 Metern, die Gorschmitzer Gasse auf einer Länge von rund 380 Metern, die Brösener Gasse mit Quergasse und Borngasse auf einer Länge von rund 235 Metern sowie den Gärtnerweg auf einer Länge von rund 100 Metern. In diesem Zusammenhang müssten auch Freileitungshausanschlüsse auf einen Kabelanschluss umgestellt werden. „Das haben unsere Kollegen bereits direkt mit den Eigentümern abgestimmt“, so Maxi Rudolph.

Schon in den nächsten Tagen sollen die Bauarbeiten in der Ziegelgasse starten. Sobald der Kabelgraben vorbereitet ist, werden die Erdkabel verlegt. Die Straßenbeleuchtungsanlagen sollen in den genannten Bereichen ebenfalls erneuert werden. „Hierzu befindet sich Mitnetz Strom mit der Stadt Leisnig im Gespräch“, so die Sprecherin des Versorgungsunternehmens. Für gewöhnlich befinden sich die Straßenlampen an den Freileitungsmasten. Diese könnte die Kommune weiter für die Straßenbeleuchtung nutzen oder – wie bisher in den meisten Fällen praktiziert – durch neue Masten und moderne, stromsparende Leuchten ersetzen. Wann genau wo etwas passiere, hängt Maxi Rudolph zufolge wesentlich vom Straßenbau ab.

Alle für das Jahr 2018 geplanten Erneuerungen will Mitnetz auch noch bis zum Jahreswechsel abschließen. Die geplanten Investitionen in den Altstadtbereich beziffert die Mitnetz-Sprecherin auf rund 170 000 Euro. Insgesamt hat der Versorger für die Modernisierungen in Leisnig mehr als drei Millionen Euro vorgesehen. Diese Zahl nannte Uwe Härling, damals Leiter der Netzregion Westsachsen, als er das Gesamtpaket im Frühjahr 2016 vorstellte. Geplant waren insgesamt zehn Bauabschnitte im Mittel- und Niederspannungsnetz. Dabei wurden und werden die Anlagen und Leitungen auf den neuesten Stand der Technik gebracht und Netze verstärkt. Letztere werde wegen der Einspeisung aus erneuerbaren Energien benötigt.

Mit der Erdverkabelung bisheriger Freileitungen, so Maxi Rudolph, investiere Mitnetz nicht zuletzt in die Versorgungssicherheit. Wenn mehr Kabel in der Erde liegen, können bei Stürmen wie „Friederike“ weniger Freileitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt werden. In Littdorf ist das passiert, hatten die Abnehmer über längere Zeit keinen Strom. Einige waren darüber ziemlich verärgert. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber selbst bei der Erdverkabelung nicht. „Auch da kann es zu Störungen kommen, beispielsweise bei Eingriffen Dritter“, sagt die Pressesprecherin. Als Beispiel dafür nennt sie Bauarbeiten. Nicht selten kappt ein Baggerfahrer versehentlich ein Stromkabel.