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Was tun gegen den Schlamm?

Heftiger Schlagregen hatte Anfang Mai zu Schäden geführt. Anwohner werfen der Gemeinde Versagen vor.

© Marko Förster

Von Yvonne Popp

Struppen. Das Wasser sucht sich immer seinen Weg, heißt es. Dass dem tatsächlich so ist, davon kann so mancher Struppener ein Lied singen. Gleich mehrfach waren in den vergangenen Jahren nach heftigen Regenfällen regelrechte Fluten durch den Ort gerauscht. Wege und Fahrbahnen wurden überspült, auch Wohnhäuser und Garagen blieben nicht verschont. Erst kürzlich reichte ein Schlagregen von nur 20 Minuten aus, um entlang der Südstraße und auf dem Areal gegenüber dem Sportplatz große Schäden anzurichten.

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Tat die Gemeinde genug zur Vorsorge?
Schon seit Jahren wird im Ort an geeigneten Hochwasserschutzmaßnahmen gearbeitet. So wurde unterhalb des Rittergutes ein Rückhaltebecken angelegt. Am Struppenberg entstand eine Kaskade, die dem von den Feldern kommendem Wasser den Weg zum Struppenbach weisen sollte. Außerdem wurden Fanggitter vor Abläufen installiert. Auch entlang der Südstraße, die gerade saniert wird, sind Entwässerungsrohre verlegt worden. All das konnte am 10. Mai die Wassermassen aber weder in kontrollierte Bahnen lenken, noch ihnen die Wucht nehmen.

Warum versagten Schutzmaßnahmen?
Als fatal erwiesen sich in diesem Fall die Fanggitter. Ihre Maschen setzten sich mit Ästen, Laub und Schlamm zu. Das Wasser staute sich auf, bis die Gitter dem Druck nicht mehr standhielten und brachen. Betroffene sehen auch in der Struppener Agrargenossenschaft einen Mitschuldigen. Schon lange wird kritisiert, dass die Landwirte ihre Felder bis direkt an Weg- und Waldesrand bestellen. Grünstreifen, die Wasser aufnehmen und die im Eventualfall auch die Fließgeschwindigkeit etwas abbremsen, werden schon lange nicht mehr eingerichtet.

Auch die Baumaßnahmen an der Südstraße wirkten sich ungünstig aus. Hier zeigte sich, dass die Rohre zur Entwässerung des Straßengrabens viel zu klein angelegt waren. In einem breiten Strom lief hier das Wasser über die Fahrbahn.

Was soll in Zukunft verbessert werden?
In der Gemeinderatssitzung vom Dienstag kam man überein, dass als Sofortmaßnahme sämtliche Abflussgitter geöffnet, beziehungsweise abmontiert werden sollen, damit sich beim nächsten Regenguss das Wasser nicht mehr anstauen kann. Der Geröllfang oberhalb des Rückhaltebeckens im Rittergutwald soll aber bestehen bleiben. Zudem will die Gemeinde sich demnächst mit der Agrargenossenschaft zur Frage der Grünstreifen beraten.

Langfristig sollen im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt zusätzliche Ableitungen angelegt werden.