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Sachsen

Studentenwohnheime sind gefragt

Noch vor der ersten Vorlesung ist die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe eine hohe Hürde. Bewerber brauchen Glück eine Studentenbude in Sachsen zu bekommen.

Studenten informieren sich an einem Schwarzen Brett über Wohnungsangebote.
Studenten informieren sich an einem Schwarzen Brett über Wohnungsangebote. © dpa-Zentralbild

Dresden. Die Suche nach einer bezahlbaren Studentenbude wird für Studienanfänger in Sachsen immer mühevoller. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur vor Beginn des Herbstsemesters ergab, können die Wohnheime der Studentenwerke nicht mehr alle aufnehmen, die wegen eines Platzes anfragen. Deshalb stellt das Land nun Mittel für neue Heime bereit.

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Laut Wissenschaftsministerium verfügen die vier sächsischen Studentenwerke Dresden, Chemnitz-Zwickau, Freiberg und Leipzig über mehr als 16 000 Wohnheimplätze. Mehr als 14 Prozent der Studenten könnten dort unterkommen, hieß es. Das sei nach Thüringen der zweitbeste Versorgungsgrad und deutlich besser als der Bundesdurchschnitt von 9,5 Prozent.

300 Euro Miete in Dresden

Für Investitionen erhalten die vier Studentenwerke 2019 Finanzhilfen von fünf Millionen und 2020 von sieben Millionen Euro. Ein Teil der Mittel sei für die Sanierung der Wohnheime bestimmt, hieß es. In Dresden und Leipzig sollen voraussichtlich auch neue Heime gebaut werden. "Ich bin froh, dass mit diesen Investitionszuschüssen erstmals seit vielen Jahren wieder ein Wohnheimneubau realisiert werden kann", sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD).

Laut einer Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln und des Finanzberaters MLP können Studenten in Leipzig mit durchschnittlich 278 Euro für eine Studentenwohnung noch vergleichsweise preiswert eine Bleibe finden. Bei 30 untersuchten Hochschulstädten müssen sie nur in Magdeburg noch weniger zahlen (251 Euro). In Dresden sind es durchschnittlich 302 Euro. Mit 717 Euro mussten sie in München am meisten für die Miete berappen, gefolgt von Stuttgart (542) und Frankfurt (505).

Dennoch: "Auch in Leipzig ist der zunehmende Druck auf dem Wohnungsmarkt deutlich zu spüren", sagte Lukas Gliem vom Studentenrat der Uni Leipzig. "Zunächst sind die Mieten im Süden und Westen, in Plagwitz und der Südvorstadt nach oben gegangen. Das weitet sich jetzt auf ehemals preiswerte Gegenden im Osten wie Volkmarsdorf und Reudnitz aus." Die Zimmer von Wohngemeinschaften würden schneller vergeben, die Suche nach Wohnraum dauere länger. Studierende müssten immer mehr auf ungünstige Lagen ausweichen und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Sie suchen laut Gliem vor allem über das Internet nach Wohngemeinschaften. Die einst so wichtigen Schwarzen Bretter seien nur noch ein "Randphänomen".

Rabatte für Studenten

Das Studentenwerk Dresden betreibt nach eigenen Angaben 41 Wohnheime mit etwa 6.600 Plätzen in Dresden, Tharandt und Görlitz. Nach aktuellem Stand werden dort in diesem Wintersemester gut 2470 Studienanfänger ein "Zuhause auf Zeit" finden. "Die Nachfrage ist etwa so hoch wie in den Vorjahren", sagte Sprecherin Heike Müller. Mehr als 460 Interessenten habe zunächst einen Absage erteilt werden müssen. Einige von ihnen könnten aber möglicherweise bei einer weiteren Vergaberunde in der zweiten Oktoberwoche noch Zimmer erhalten.

Einzelzimmer in Wohngemeinschaften kosten nach Angaben der Sprecherin zwischen 180 und 280 Euro, Einzelappartments zwischen 280 Euro bis 325 Euro. In einigen noch nicht sanierten Häusern liege die Miete auch unter 180 Euro. In einigen Häusern, die erst unlängst erneuert wurden, müssten Studierende hingegen 325 Euro zahlen. Das sei beim Studentenwerk Dresden jedoch die höchste Miete.

Das in Dresden stark vertretene Wohnungsunternehmen Vonovia gewährt nach eigenen Angaben Studierenden einen Preisnachlass. "Vor allem in der Innenstadt und am TU-Campus sind Studentenwohnungen gefragt", sagte Sprecher Matthias Wulff. In Stadtteilen mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr wie in Gorbitz, Prohlis, Leuben und Reick gebe es spezielle Angebote vom Einraum-Appartements mit 26 Quadratmetern für 200 Euro Warmmiete bis hin zu WG-geeigneten Dreiraum-Appartements mit 80,3 Quadratmeter für 599 Euro warm - nach Vorlage eine Immatrikulationsbescheinigung.

Auch bei der Wohnungsgenossenschaft "Glückauf" Süd Dresden nahe dem Uni-Gelände klopfen Studenten oft wegen Ein- oder Zwei-Raum-Wohnungen und Wohnungen für Wohngemeinschaften an, wie Sprecherin Dana Jacob berichtete. Die Preise orientierten sich am Mietspiegel und lägen bei den Ein-Raum-Wohnungen zwischen 6,70 und 7,50 Euro je Quadratmeter. (dpa)