Teilen:

Stundenausfall steigt drastisch

© Symbolfoto: dpa

Der Lehrermangel an Sachsens Schulen hat Folgen: Im vergangenen Schuljahr sind 4,8 Prozent der Unterrichtsstunden ausgefallen. Besonders hoch ist die Quote in Dresden und Leipzig.

Von Andrea Schawe

Dresden. Der Lehrermangel an Sachsens Schulen hat Folgen: Im vergangenen Schuljahr sind 4,8 Prozent der Unterrichtsstunden ausgefallen, die nach geltender Stundentafel an allgemein- und berufsbildenden Schulen gehalten werden sollten. 2015/16 waren es vier Prozent – etwa 210 800 Stunden weniger. Das ergibt sich aus Zahlen, die das Kultusministerium von den Schulen gemeldet bekommt.

Die meisten Stunden fallen außerplanmäßig aus, etwa, weil Lehrer krank sind, sich weiterbilden oder streiken, wie zuletzt im Februar 2017. Allerdings ist der Unterrichtsausfall auch immer häufiger geplant – dabei geht es um Kürzungen des Stundenplans wegen Lehrermangels oder nicht vorhandener Unterrichtsräume. An Sachsens Grundschulen waren das 2016/17 mehr als 6 600 Stunden. Im Vorjahr fielen nur 800 Stunden in den Grundschulen geplant aus. An den Oberschulen nahm die Zahl der planmäßig ausgefallenen Stunden sachsenweit von etwa 2 800 Stunden auf mehr als 12 180 zu.

An den Oberschulen ist der Anteil der ausgefallenen Stunden innerhalb eines Jahres auch am stärksten gestiegen. Wurden im Schuljahr 2015/16 rund 4,2 Prozent des Unterrichts gestrichen, waren es 2016/17 schon 5,2 Prozent. Das sind insgesamt mehr als 273 200 Unterrichtsstunden. Etwa 220 000 Stunden wurden zusätzlich in einem anderen Fach vertreten. Besonders hoch ist die Quote in Dresden und Leipzig, danach folgen die Landkreise Nordsachsen, Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Seit Jahren ist der Unterrichtsausfall an Förder- und Berufsschulen am höchsten. Im Schuljahr 2016/17 fielen an Förderschulen 7,7 Prozent des Unterrichts aus – fast 25 000 Stunden mehr als im Vorjahr. An den Berufsschulen waren es 5,8 Prozent.