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Deutschland & Welt

Sturmflut würde Millionen gefährden

Von einem extremen Hochwasser im Norden der Republik wären allein in Niedersachsen bis zu 1,1 Millionen Menschen betroffen.

Ein Rettungsring liegt am 13. September 2017 im Hafen von Hamburg am Rande des überschwemmten Fischmarkts vor den Fischauktionshallen (Symbolfoto). © dpa/Christian Charisius

Berlin/Osnabrück. Von einer extremen Sturmflut wären an den deutschen Küsten mehr als zwei Millionen Menschen betroffen. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem "Evangelischen Pressedienst" (epd) vorliegt. Die Angaben beziehen sich auf seltene oder extreme Hochwasser, bei denen Schutzanlagen wie Deiche an ihre Grenzen kommen. Als selten gilt laut Bundesregierung ein Hochwasser, das alle 200 Jahre oder seltener auftreten könnte. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Samstag) hatte zuerst darüber berichtet.

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Kommt es zu einer solchen Sturmflut, lebten allein in Niedersachsen 1,1 Millionen Menschen in möglicherweise betroffenen Überflutungsgebieten. Aber auch in den Stadtstaaten Bremen (513.259) und Hamburg (327.000) wären große Teile der Bevölkerung möglicherweise gefährdet. An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins wären es 76.600 Menschen, an der Ostseeküste des Bundeslandes im Falle eines solchen Ereignisses 20.900. In Mecklenburg-Vorpommern wäre von 68.100 Betroffenen auszugehen, heißt es in der Antwort aus dem Umweltministerium.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass es im Zuge des Klimawandels nicht häufiger zu Sturmfluten kommen wird. Allerdings würden diese aufgrund des insgesamt steigenden Meeresspiegels künftig wohl höher ausfallen.

Das Umweltministerium verweist in seiner Antwort auf den für September erwarteten Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) zur den Ozeanen und der Kryosphäre. Im Anschluss an die Auswertung des Berichts werde zu beraten sein, "ob die durch den Bestand bereitgestellten Finanzmittel für Küstenschutzmaßnahmen der Länder zur Bewältigung der Folgen des Meeresspiegelanstiegs ausreichen".

Der Küstenschutz ist Sache der Bundesländer. Der Sonderrahmenplan "Maßnahmen des Küstenschutzes in Folge des Klimawandels" sieht derzeit vor, dass in den Jahren 2009 bis 2025 jährlich zusätzlich bis zu 25 Millionen Euro Bundesmittel zur Finanzierung vordringlicher Küstenschutzmaßnahmen bereitgestellt werden. (epd)

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