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Sturms Ziel heißt NHL

Der Eishockey-Bundestrainer will nach Nordamerika – egal, ob als Chefcoach oder Assistent.

© dpa

Von Carsten Lappe

Bundestrainer Marco Sturm hat ein deutliches Bekenntnis zum Deutschen Eishockey-Bund vermieden. Der bis 2022 beim DEB unter Vertrag stehende Coach liebäugelt mit einem Wechsel in die nordamerikanische Profiliga NHL, und zwar nicht erst nach dem Ende des vor Olympia ausgehandelten neuen Kontrakts. „Die NHL ist mein Ziel. Ich bin noch jung. Vielleicht klappt das ja irgendwann“, sagte Sturm am Donnerstag. „Ich schaue von Jahr zu Jahr. Derzeit ist das aber kein Thema.“ Im Eishockey gebe es nichts Besseres als die NHL. Er habe mit seinen erst 39 Jahren immer noch Zeit. „Ich lerne bei jedem Turnier, bei dem wir sind, dazu.“

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Sturm, der mit 1 006 Einsätzen deutscher Rekordspieler in der besten Liga der Welt ist, hatte die deutsche Nationalmannschaft beim olympischen Eishockey-Turnier zur sensationellen Silbermedaille geführt und dadurch Begehrlichkeiten geweckt. Er sagte immer wieder, dass er irgendwann wieder in die NHL zurückkehren möchte. „Es muss auch nicht mal als Cheftrainer sein – einfach bei irgendeiner Mannschaft mitarbeiten“ – notfalls auch als Assistent.

Für den Fall eines Falles signalisierte DEB-Präsident Franz Reindl bereits Gesprächsbereitschaft. „Wenn eine Anfrage kommt, beschäftigen wir uns damit“, sagte Reindl. Bisher gebe es keine. „Wir haben den Vertrag vor Olympia verlängert, um ein Signal zu geben. Ich denke auch, dass das angekommen ist.“ Er weiß aber auch, dass Sturm sich bei Olympia für die NHL empfohlen hat. Bei der Weltmeisterschaft vom 4. bis zum 20. Mai in Dänemark steht Sturm auf alle Fälle für Deutschland hinter der Bande. Einen sofortigen Wechsel nach Nordamerika schloss er aus. In Kürze beginne er mit seinem Trainerteam die Vorbereitung auf die WM, teilte Sturm mit. Dazu gehören auch die beiden Länderspiele gegen die Slowakei am 14. April in Weißwasser und am 15. April in Dresden.

Eine mögliche Doppelfunktion als Bundestrainer und Coach in der NHL kommt für Sturm nicht infrage. „Das ist unmöglich. Die NHL ist eine andere Liga“, sagte der ehemalige Stürmer. „Dort ist man täglich beschäftigt. Der Druck ist enorm.“

Etwas traurig ist Sturm, dass er anders als seine Nationalspieler – nach dem verlorenen Endspiel gegen die Olympischen Athleten aus Russland keine Silbermedaille bekam. „Schade und auch komisch. Aber so ist die Regel. Man fliegt nach Hause und hat nichts im Koffer“, sagte Sturm. (dpa)