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Sport

Erst das Debakel, dann die Entlassung

Der VfB Stuttgart trennt sich nach der 0:6-Niederlage in Augsburg von Trainer Weinzierl. Die letzte Hoffnung auf direkte Rettung im Abstiegskampf ist aber fast verspielt.

Kopf runter, in Stuttgart raus. Markus Weinzierl ist nicht mehr länger VfB-Trainer. © dpa/Christoph Schmidt

Der VfB Stuttgart hat sich vier Spieltage vor Saisonende von Markus Weinzierl getrennt und wechselt damit bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit den Trainer. Der schwäbische Fußball-Bundesligist reagierte am späten Samstagabend auf das blamable 0:6 wenige Stunden zuvor beim FC Augsburg und die prekäre sportliche Situation im Abstiegskampf.

"Wir haben mehrfach betont, dass es unser klarer Wunsch war, die Saison mit Markus Weinzierl und dem Trainerteam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen", wurde Sportvorstand Thomas Hitzlsperger auf der Vereinswebseite zitiert. "Nach dem überaus enttäuschenden Spiel in Augsburg sind wir aber zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Situation neu bewerten müssen und ein klarer Schnitt zwingend notwendig ist, um den Ligaverbleib zu schaffen." Die Entscheidung sei nicht leicht gewesen, "letztlich steht aber der Erfolg des VfB über allem und dementsprechend mussten wir handeln".

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Vorerst wird der bisherige U19-Trainer Nico Willig das Team betreuen. Er sei in der Lage, "schnell für neue Impulse zu sorgen und mit der Mannschaft den Klassenverbleib zu schaffen", so Hitzlsperger. Der neuer Trainer soll schon am Sonntagvormittag die Übungseinheit der Profis leiten. Außer von Weinzierl trennte sich der Verein auch von Co-Trainer Wolfgang Beller, dem Athletiktrainer Thomas Barth und dem Individualtrainer Halil Altintop. 

Weinzierl hatte nach dem siebten Spieltag die Nachfolge von Tayfun Korkut angetreten, aber nicht für einen Umschwung beim VfB sorgen können. Durch die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte in Augsburg haben die Schwaben nur noch rechnerische Chancen, die Abstiegsrelegation zu vermeiden. In 23 Spielen gelangen unter Weinzierl nur vier Siege. "Ich habe heute keine Argumente mit diesem Ergebnis geliefert für mich", sagte er.

Nach seiner erfolgreichen Zeit beim FC Augsburg ist Weinzierl damit zum zweiten Mal in der Bundesliga bei einem Club gescheitert - und das just nach einem Match bei seinem ehemaligen Verein. In der Saison 2016/17 kam er mit dem FC Schalke 04 nur auf Rang zehn und wurde am Ende der Spielzeit beurlaubt. Nach mehr als einem Jahr Pause erhielt der Straubinger dann eine neue Chance in Stuttgart.

Die Beurlaubung dürfte nun der letzte Joker sein, den die Schwaben im Abstiegskampf ziehen. Die Zukunft des Vereins will Hitzlsperger nun mit dem jüngst verpflichteten Sportdirektor Sven Mislintat planen. Möglicherweise müssen sie in der 2. Liga starten. (dpa)