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Politik

Stuttgarter Täteranalysen in der Kritik

Ermittler fragen zu einigen Verdächtigen der Stuttgarter Krawallnacht bei Standesämtern die Nationalität der Eltern ab. Es gibt Zuspruch und Kritik.

In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert.
In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. © Julian Rettig/dpa

Stuttgart. Die Stuttgarter Polizei hat nach eigenen Angaben in elf Fällen den Migrationshintergrund von Verdächtigen der Stuttgarter Krawallnacht bei Standesämtern abgefragt. Diese mutmaßlichen Krawallmacher hatten sich in der Vernehmung nicht zu ihrer Herkunft äußern wollen. Die Information fließe in den Ermittlungsbericht ein und sei besonders für Präventionskonzepte wichtig.

Es brauche andere Konzepte für türkische Migranten aus sozialen Brennpunkten als etwa für Deutsche, die in einer bevorzugten Wohngegend lebten. Sonstige Informationen seien nicht bei den Ämtern abgefragt worden. Auch bei anderen Fällen würde der Migrationshintergrund in Ermittlungen abgefragt.

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Die Polizei hatte am Sonntag bestätigt, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. Es gehe darum, weitere Täter zu identifizieren sowie die Lebens- und Familienverhältnisse der bereits bekannten Verdächtigen umfassend festzustellen, hatte das Polizeipräsidium erklärt. Das Vorgehen löste für bundesweit Kritik aus.

Das Bundesinnenministerium hält die Nachforschungen der Polizei zur Herkunft der Tatverdächtigen der Stuttgarter Krawallnacht für angemessen, wenn es der Verhinderung erneuter Gewaltexzesse dient. "Der familiäre Hintergrund kann besonders bei Jugendlichen und Heranwachsenden von Relevanz sein, wenn es darum geht, Strategien für die Prävention zu entwickeln", sagte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Montag.

Soziologische Täteranalysen

Auch der CDU-Innenexperte Armin Schuster verteidigte die Stuttgarter Polizei gegen Kritik wegen der Aufklärung des Migrationshintergrunds von Tatverdächtigen. "Ich kann beim Vorgehen der Polizei Stuttgart keinen Fehler erkennen", sagte der Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). "Soziologische Täteranalysen sind nach solchen Exzessen polizeilicher Standard. Wie soll die Polizei denn sonst zielgerichtete Strategien und Präventionsmaßnahmen für kommende Lagen entwickeln?" Schuster fügte hinzu: "Vielleicht halten sich einige politische Hobby-Sicherheitsexperten einfach mal zurück. Die andauernden rhetorischen Tritte linker Politiker gegen die Polizei werden immer mehr zum eigentlichen Sicherheitsrisiko."

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In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an den Randalen beteiligt oder hatten zugeschaut. 32 Polizisten wurden verletzt. Inzwischen seien 39 Verdächtige ermittelt. 14 säßen in Untersuchungshaft, 6 weitere Haftbefehle seien außer Vollzug gesetzt worden, hieß es. (dpa)

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