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Suche nach der Mittelalterburg

Die früheste Geschichte des zerstörten Schlosses der Vögte in Plauen liegt bisher im Dunkeln. Daher suchen Archäologen nun weiter im Untergrund.

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Plauen. Die früheste Geschichte des zerstörten Schlosses der Vögte in Plauen liegt bisher im Dunkeln - sie soll nun erhellt werden. Bevor auf dem Gelände von 2014 an die neuen Gebäude für die Staatliche Studienakademie entstehen, suchen Archäologen im Untergrund nach mittelalterlichen Spuren im Untergrund. Unter dem Pflaster wurden Strukturen entdeckt, die älter sind als die Fundamente des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert, sagte Stefan Krabath vom Landesamt für Archäologie am Donnerstag. Unter dem 18./19. Jahrhundert befinde sich eine Brandschicht, vermutlich mit Schutt vom Hussitenüberfall 1432.

Über die ursprüngliche Anlage ist bisher nicht viel bekannt.
Über die ursprüngliche Anlage ist bisher nicht viel bekannt. © dpa
Wahrscheinlich geht sie auf slawische Ursprünge zurück und wurde im Hochmittelalter ausgebaut.
Wahrscheinlich geht sie auf slawische Ursprünge zurück und wurde im Hochmittelalter ausgebaut. © dpa
Bevor auf dem Gelände neue Gebäude für eine Studienakademie entstehen, untersuchen Archäologen den heutigen Amtsberg.
Bevor auf dem Gelände neue Gebäude für eine Studienakademie entstehen, untersuchen Archäologen den heutigen Amtsberg. © ZB
Ziel ist es, die alte Anlage zu rekonstruieren.
Ziel ist es, die alte Anlage zu rekonstruieren. © ZB
Der Kopf einer auf das 14. Jahrhundert datierten Statuette wurde bereits gefunden.
Der Kopf einer auf das 14. Jahrhundert datierten Statuette wurde bereits gefunden. © ZB

„Wir haben darin Hausmüll und den oberen Teil einer weiß-grünlich glasierten Keramikfigur aus dem 14. Jahrhundert gefunden“, sagte er. Es könnte ein Kinderspielzeug oder eine Heiligenfigur gewesen sein.

Bisher bekannt ist eine Burg der Vögte aus dem 13. Jahrhundert. Nach mehreren Bränden war der Adelssitz rund 100 Jahre Ruine, bevor Ende des 17. Jahrhunderts das Schloss wieder aufgebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, verfiel der Rest oder verschwand hinter Betonbauten für ein Gefängnis, das kürzlich erst abgebrochen wurde. Krabath ist davon überzeugt, dass es schon seit dem 11./12. Jahrhundert eine Burganlage an der prominenten und am besten zu verteidigenden Stelle oberhalb der Stadt gab. „Ich hoffe, dass wir sie in ihren Grundzügen rekonstruieren können.“ (dpa)