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Südkorea will zwischen USA und Nordkorea vermitteln

Trotz des gescheiterten Trump-Kim-Gipfels sehen China und Südkorea gute Ansätze. Peking mahnt zu Geduld, Seoul sendet zusammen mit den USA eine Entspannungsgeste an Pjöngjang.

Moon Jae In, Präsident von Südkorea, bei einem Telefonat mit US-Präsident Trump. © South Korea Presidential Blue House/dpa

Seoul/Peking. Nach dem ergebnislosen Abrüstungsgipfel zwischen den USA und Nordkorea in Hanoi will sich die südkoreanische Regierung als Vermittlerin anbieten. Unter Vorsitz des Präsidenten Moon Jae In tagte am Montag in Seoul der nationale Sicherheitsrat Südkoreas. Ziel war es, einen weiteren Dialog über den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms anzustoßen.

Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un war überraschend ohne Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Trump und Kim waren sich in der zentralen Frage uneins, wie Nordkorea abrüsten soll und welche Gegenleistungen es dafür geben soll.

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Moon sagte nach Angaben seines Büros, er hoffe, dass Trump und Kim in naher Zukunft wieder zusammentreffen. "Bei diesem Prozess ist unsere Rolle erneut sehr wichtig geworden." Trotz fehlender Vereinbarungen habe es auch Fortschritte gegeben.

Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Wha sprach von der Möglichkeit, dass sich erneut Unterhändler der beiden koreanischen Staaten und der USA sowie unabhängige Experten der drei Länder treffen könnten.

Trump hatte Moon schon im Anschluss an den Gipfel in Hanoi am vergangenen Donnerstag in einem Telefongespräch gebeten, ähnlich wie im vergangenen Jahr eine Vermittlerrolle zu übernehmen.

China bewertete das Gipfeltreffen vergangene Woche trotz der Uneinigkeit als "konstruktiv". Der Sprecher des Volkskongresses, Zhang Yesui, zeichnete bei einer Pressekonferenz ähnlich wie Moon ein positives Bild. Beide Seiten wollten schließlich ihren Dialog fortsetzen. Der Atomkonflikt sei ein "sehr kompliziertes und heikles Problem", das nicht mit ein oder zwei Treffen gelöst werden könne, sagte Zhang Yesui, der auch Vizeaußenminister ist und seit langem an den Verhandlungen mit Nordkorea mitwirkt. Beide Seiten sollten "guten Willen und Geduld" zeigen.

Unterdessen begannen die Streitkräfte der USA und Südkoreas nach der freiwilligen Einstellung ihrer bisher großen gemeinsamen Militärmanöver eine kleinere Kommandoübung. Das Manöver "Dong Maeng" (Allianz) habe wie geplant begonnen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit.

Beide Länder hatten am Wochenende erklärt, das mehrwöchige Frühjahrs-Feldmanöver "Foal Eagle" sowie die parallel dazu laufende Kommandoschulung "Key Resolve" aus ihrem Trainingsprogramm zu nehmen. Zur Begründung verwies das Pentagon auf die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Atomstreits mit Nordkorea. Die Frühjahrsmanöver lösten immer wieder heftige Proteste der kommunistischen Führung Nordkoreas aus.

Trump nannte als Grund für die Beendigung der Großmanöver auch finanzielle Vorteile. Er schrieb am Sonntag auf Twitter, dadurch Hunderte Millionen an Dollar einsparen zu wollen. (dpa)