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Süßer Schulstart

Für viele Kinder beginnt heute ein neuer Lebensabschnitt. Die einen gehören nun zu den Großen. Die anderen betreten erstmals ein Klassenzimmer.

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© André Braun

Von Michelle Hillebrand

Döbeln. Ganz aufgeregt sitzen 89 Mädchen und Jungen im Volkshaus. Heute ist ihr erster Tag als Fünftklässler am Döbelner Lessing-Gymnasium. Die Begrüßung der Fünftklässler erfolgt jedes Jahr am Sonntag vor Schulbeginn in diesem Rahmen. „Es ist eine schöne Tradition und wir wollen verdeutlichen, dass damit ein neuer Lebensabschnitt beginnt“, erklärt Michael Höhme. Nach ein paar einleitenden Worten des Schulleiters singt der Chor des Gymnasiums für die neuen Schülerinnen und Schüler und deren Eltern.

Wichtel Sarah Bäßler bringt den Mädchen und Jungen der Klasse 1b der Döbelner Kunzemannschule die Zuckertüten. Foto: André Braun
Wichtel Sarah Bäßler bringt den Mädchen und Jungen der Klasse 1b der Döbelner Kunzemannschule die Zuckertüten. Foto: André Braun © André Braun

Ausdauer und Geduld gefragt

Etwa die Hälfte der jungen Leute kommt aus Döbeln, die andere Hälfte aus den umliegenden Dörfern und Städten. „Ich wünsche mir wissbegierige, fleißige und neugierige Schüler“, sagt Höhme später. „Ich wünsche mir von euch Ausdauer, Geduld und Zuversicht.“ Außerdem fordert er seine neuen Schützlinge auf, die Angebote der Schule zu nutzen und viel auszuprobieren. Die Schüler haben beispielsweise die Chance, bis zu drei Fremdsprachen zu lernen und Schüler der Partnerschule in der Tschechischen Republik kennenzulernen.

Dann wird das große Geheimnis gelüftet, welche Schüler in welche Klassen kommen und wer der jeweilige Klassenlehrer sein wird. Vier Klassen gibt es. Das sei der Durchschnitt, so Höhme. „Die meisten unserer Jahrgänge sind vierzügig.“ Außergewöhnlich sei eher, dass die neuen Klassen von zwei Lehrerinnen und zwei Lehrern übernommen werden. „Normalerweise sind die Frauen in der Überzahl“, meint Höhme. „Die Einteilung der Klassen erfolgt nach verschiedenen Faktoren“, erklärt er weiter. „Zum einen haben die Eltern uns gesagt, welche Fremdsprache das Kind eventuell später lernen möchte und zum anderen schauen wir, dass Kinder aus demselben Wohnort in eine Klasse kommen.“

Klassenweise wird nun jedes Kind aufgerufen und bekommt eine kleine Zuckertüte und als Überraschung einen USB-Stick an einem Armband mit dem Logo des Gymnasiums darauf. Dann wird auf der Bühne gleich das erste Klassenfoto gemacht.

„Meistens haben wir insgesamt ein paar mehr Mädchen als Jungen. An der Schule ist es so, dass knapp 60 Prozent Mädchen lernen“, meint Höhme. In der ersten Schulwoche haben die neuen Fünfer noch keinen richtigen Unterricht. „Das ist unsere Begegnungswoche“, erklärt Höhme. Die Schüler sollen die Stadt Döbeln kennenlernen. „Wir zeigen ihnen die Bibliothek und helfen ihnen, sich in unserer Schule zurecht zu finden“, sagt Höhme.

Außerdem erfolgt in der Woche auch ein sogenanntes Sozialkompetenztraining. „Das soll den Klassenzusammenhalt stärken“, so Höhme. „Die Mädchen und Jungen machen ein paar Spiele, durch die sie sich gegenseitig kennenlernen und wissen, mit wem sie hier gemeinsam lernen.“ Erst ab der zweiten Schulwoche beginnt für die Fünfer der reguläre Unterricht.

Wichtel bringt die Zuckertüte

Während sich die Gymnasiasten über eine Zuckertüte im Miniformat gefreut haben, konnten es die Erstklässler während der Feierstunden in den Grundschulen kaum erwarten, bis sie eine richtig große Zuckertüte in Empfang nehmen konnten. Die wurde vielerorts nicht einfach von den Eltern überreicht, sondern häufig gab es noch eine Extraüberraschung für die Kinder. An der Kunzemannschule fuhren die Wichtel Sarah Bäßler und Sebastian Schirmag vor, in Grünlichtenberg kamen die bunten Tüten mit dem Traktor und in Gersdorf sowie in Leisnig hingen sie am Zuckertütenbaum.

Insgesamt öffnen sich heute in der Region Döbeln in 19 Schulen die Türen zu 29  ersten Klassen. Mit jeweils drei Klassen liegen die Waldheimer und die Roßweiner Grundschule an der Spitze, wobei in Roßwein mit rund 70 noch einige Schüler mehr eingeschult worden sind, als in der Zschopaustadt. Jeweils zwei erste Klassen gibt es an der Kunzemannschule Döbeln, den Grundschulen Großbauchlitz, Am Holländer Döbeln, Leisnig, Hartha und Ostrau. In jeweils einer ersten Klasse lernen die Mädchen und Jungen an den Grundschulen in Döbeln Ost, Technitz, Großweitzschen, Sitten, Mochau, Marbach und Gersdorf sowie an den Förderschulen in Döbeln, Waldheim und Roßwein.

An der Kunzemannschule in Döbeln gibt es außerdem eine DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) mit 22 ausländischen Kindern. Auch in Waldheim besuchen neun Kinder, die in Hartha, Waldheim und Leisnig leben, eine solche Klasse. (mit rt)