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Sunfire will die Produktion aufstocken und denkt dabei auch an die Lausitz

Die Dresdner Firma plädiert dafür, eher synthetischen Sprit zu fördern als US-Batteriezellen.

Von Nora Miethke

Dresden. Die Dresdner Firma Sunfire, die einen synthetischen klimaneutralen Kraftstoff (E-Fuels) für Autos, Schiffe und Flugzeuge entwickelt hat, hält es für denkbar, eine Produktion in der Lausitz aufzubauen. Im Geschäftsplan sind fünf bis zehn Millionen für die Aufstockung der Produktionskapazität vorgesehen. „Noch ist nicht entschieden, ob wir in Neubrandenburg, Tschechien, Dresden oder in der Lausitz in eine Erweiterung investieren“, betonte Nils Aldag, kaufmännischer Geschäftsführer. Aber es gebe eine „hohe Präferenz dafür“, sich zwischen Neubrandenburg und Dresden weiterzuentwickeln, so Aldag.

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Deutschland ist derzeit führend bei der Entwicklung und Herstellung von Elektrolyseuren und Umwandlungstechnologien, um grünen Strom in flüssigen oder gasförmigen Substanzen zu speichern. Die Verfahren werden als Power-to-X (PtX) bezeichnet. Der wichtigste dieser Energiewandler ist die Dampf-Elektrolyse, bei der aus Wasserdampf und Ökostrom grüner Wasserstoff produziert wird. Ein weltweiter Vorreiter auf diesem Gebiet ist Sunfire. Das 120 Mitarbeiter starke Unternehmen hat einen synthetischen klimaneutralen Kraftstoff namens E-Crude entwickelt, mit dem Autos, Flugzeuge oder auch Schiffe betankt werden könnten, ohne vorab einen völlig neuen Motor einbauen zu müssen. Der künstlich erzeugte grüne Sprit ist allerdings noch erheblich teurer als herkömmliches Kerosin oder Diesel. Der deutsche Vorsprung bei den PtX-Technologien sollte stärker gefördert werden, statt mit deutschem Steuergeld einem US-Hersteller die Batteriefabrik zu bezahlen, betont Aldag. Gemeint ist eine Initiative in der Lausitz, die Tesla für den Aufbau einer Gigafactory in der Region gewinnen will. Er und seine Mitgründer sind davon überzeugt, dass eine Energiewende ohne synthetische Kraftstoffe nicht gelingen wird. Noch ist das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht in konkreten Gesprächen mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Kontakt gab es zu Mitgliedern der Kohlekommission. Das offenbar mit Erfolg. Denn in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht hebt die Kommission ausdrücklich „nennenswerte Potenziale für Power-to-X-Vorhaben“ in der Lausitz hervor.