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Super-Mario in der Schelle

In der 43. Saison sind die Narren des Spindelfaschingsclubs im Computerzeitalter angekommen. Dorthin nehmen sie die Gäste mit.

© André Braun

Von Heike Heisig

Waldheim. So bunt gemischt ist das Publikum vom Alter her bei wohl keiner Veranstaltung des Spindelfaschingsclubs Waldheim/Hartha (SFC). Vom dreijährigen Steppke bis zum Rentner war Sonntagnachmittag alles in der Schelle zusammengekommen, was das karnevalistische Volk zu bieten hat. Der Elferrat lud zu einer Wanderung durch das Internet ein. „Wer bislang noch nicht wusste, was das ist, den klären wir auf“, versprach Präsident Uwe Kunert.

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Als Wandergruppenleiter stellten sich DJ Gert „Biggi“ Baier und Moderator Uwe Schmidt vor. Biggi übernahm zunächst die Erwärmung. Bei der stellte er fest, dass nur etwa jeder Zehnte an ein für diesen Nachmittag wichtiges Utensil gedacht hatte: das Handy. Baier sah’s gelassen und bestätigte dem Ü-50-Publikum, dass es mit dem Klatschen prima klappt und mit dem Schlachtruf auch: Spindelöööl. Das gab es in bekannt hochprozentiger Form. In dieser Saison sei sogar noch ein 43. Kräutlein dazugekommen. „Wir finden immer noch eines am Bahndamm“, witzelte Uwe Schmidt.

Alterspalette breit gefächert

Dass die Alterspalette der Zuschauer beim Seniorenfasching so breit gefächert ist, hat etwas mit den gleich darauf folgenden Künstlern zu tun: den Ölgeistern. Das sind die jüngsten Tänzer des SFC, darunter erst Dreijährige. Manche standen das erste Mal auf beziehungsweise vor der Bühne – der eine war von den Scheinwerfern fasziniert, der andere begrüßte lauthals die Oma, die er in den Zuschauerreihen entdeckt hatte. Insgesamt entzückten alle der jungen Tänzer. Sie bewegten sich zum Song von Super-Mario, einem in den 1990er-Jahren bekannten Computerspiel.

Im Laufe des Nachmittages standen alle Tänzer mehrfach vor dem Publikum. Die Eltern und Großeltern nutzen so die häufig einzige Gelegenheit, das komplette Programm zu sehen. Deshalb sind die Angehörigen des Nachwuchses beim Seniorenfasching traditionell gern gesehen.

Ebenso traditionell bekommen die Gäste über 50 alles geboten, was die Faschingsaktiven auch den jüngeren Karnevalsfans zeigen: Tänze, Sketche, Männerballetteinlagen. Nur die Zuschauerinnen beim Weiberfasching sehen teilweise ein Extraprogramm, erklärte Silvio Müller, der beim SFC für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Auf Männer werde beim Weiberfasching dennoch nicht verzichten. Einige der Herren dürften schon noch am Programm mitwirken. Insgesamt zählt der aus der Spindelfabrik hervorgegangene Club 120 Mitglieder. Die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche.