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Super-Wuchterlauf

Der Traditionswettkampf der Sebnitzer Bergsteiger steht unter einem guten Stern. Und kurz vor dem Jubiläum.

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© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Sebnitz. Eisiger Wind pfiff den Teilnehmern des 49. Wuchterlaufes im Sebnitzer Räumicht am Sonnabend um die Ohren. Doch das störte nicht. Endlich konnten sie mal wieder auf Skiern über die Loipen flitzen.

Cheforganisator Gunter Seifert (MItte) in seinem Element.
Cheforganisator Gunter Seifert (MItte) in seinem Element. © Dirk Zschiedrich
Für die Kinder gab es einen Extra-Rundkurs.
Für die Kinder gab es einen Extra-Rundkurs. © Dirk Zschiedrich

Kein Wunder, dass da auch gleich mehr Begeisterte als sonst am Start waren. Cheforganisator Gunter Seifert und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, die Startnummern auszugeben. Knapp über 100 werden es gewesen sein, schätzt er. Und natürlich freue er sich, den Teilnehmern endlich mal wieder Schnee präsentieren zu können. Denn in all den 49 Jahren mussten die Starter schon mehrmals über aufgeweichte Waldwege rennen. Im Jahr 2007 wurde der Lauf sogar komplett abgesagt.

Am Sonnabend war das anders. Das Team des Skiclubs Sebnitz hatte das Gelände bestens präpariert und die Loipen gespurt. Die Ortsgruppe des Sächsischen Bergsteigerbundes hatte die Organisation fest im Griff. Und die Sportler waren bester Laune. Manche gehören fast mit zum Inventar, wie der Polizeisportverein Zittau. Einige davon sind bereits seit 30 Jahren mit dabei, wie Volker Heinrich. Der Zittauer hat sein Team und die Mitglieder der Klettergemeinschaft Edelroller an seiner Seite. „Es ist ja ein Lauf der Bergsteiger. Einer der Letzten seiner Art. Da muss man einfach dabei sein“, sagt Heinrich. Und er lobt die Organisation in den höchsten Tönen. „Die Bedingungen sind richtig gut. Es gehört schon was dazu, Jahr für Jahr einen solchen Lauf auf die Beine zu stellen“, sagt er.

Kurz vor 10 Uhr füllt sich der Startplatz vor dem Skiheim im Räumicht. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Sebnitz und der Oberlausitz, sondern auch aus Dresden und von weiter her. Der Startschuss ertönt und etwa 100 Läufer gehen auf den Loipen durch den Sebnitzer Wald. Die werden immer in Absprache mit der Forstverwaltung ausgewiesen. Je nach Alter werden sie 18 , zwölf oder sechs Kilometer zurücklegen. Für die Kinder gibt es im Skiareal einen Extra-Rundkurs mit einer Länge zwischen einem und drei Kilometern. Die zwölfjährige Anna kämpft dort verbissen gegen Wind und eine lose Skibindung. Die ersten Tränen rollen. Doch schnell ist Hilfe da und sie kann ihren Kurs fortsetzen. Von den älteren Teilnehmern ist da schon längst nichts mehr zu sehen. An die drei Runden müssen für die 18-Kilometer-Strecke absolviert werden. „Ganz schön heftig“, sagt Peter Zwerg. Der Dresdner ist zum zehnten Mal dabei und schon etwas abgeschlagen. „Mir geht es hier nicht um vordere Plätze, sondern um das Dabeisein“, sagt er.

Dabei sein will auch das Team vom Dresdener Kletterverein Schwerelos. „Das ist ein Lauf für Bergsteiger. Und da dürfen wir nicht fehlen“, sagt Jörg Hess. Er findet es gut, dass in Sebnitz diese Tradition noch aufrechterhalten wird. Und als er hört, dass im nächsten Jahr das Jubiläum ansteht, sagt er, er werde auch 2018 dabei sein. „Erst einmal müssen wir diesen Lauf überstehen“, sagt Daniel Kubitz, der zum ersten Mal dabei ist. Sein Nachbar auf dem Parkplatz lädt gerade die Skier aus dem Auto und rätselt etwas wegen des Namens. Da kann Gunter Seifert weiterhelfen. Den Namen verdankt der Wuchterlauf einem großen Kletterrucksack. Zu DDR-Zeiten waren die ziemlich schwer. Um den Rucksack auf die Schultern zu bekommen, wurde er hochgewuchtet. Da das Skirennen ursprünglich nur für Bergsteiger gedacht war, hatte es von Anfang an den Namen Wuchterlauf. Ihren Anfang nahm die Erfolgsgeschichte übrigens mit einer Idee aus Tschechien. Dort gab es seit 1964 einen solchen Lauf, an dem Sebnitzer teilnahmen. Die sagten sich, dass wollen wir hier auch. Und dass der Lauf 2018 seine 50. Auflage erfährt, darauf ist Gunter Seifert stolz. Die meisten Teilnehmer vom Sonnabend werden auch da an den Start gehen und wenn sie Glück haben, wieder im Schnee.

Über die Ergebnisse in den einzelnen Wertungsklassen informieren wir Sie am Dienstag.