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Supermarkt gegen Bosch-Chipfabrik

Versucht der Einzelhändler Globus, die Stadt Dresden zu erpressen? Der Stadtrat beugt gegen künftige Fälle vor.

Von Georg Moeritz und Andreas Weller

Dresden. Aus Sorge um die Zukunft der neuen Bosch-Mikrochipfabrik in Dresden hat der Stadtrat am Donnerstagabend eine Veränderungssperre für die Umgebung der Baustelle in Dresden-Rähnitz beschlossen. Damit wird es schwieriger, in der Nähe der Fabrik Läden und Wohnungen zu bauen.

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Grünen-Fraktionschef Thomas Löser sagte in der Stadtratssitzung zur Begründung der neuen Vorschriften, die Stadt dürfe sich nicht „von Globus erpressen“ lassen. Der Einzelhandelskonzern Globus hat Einspruch gegen eine Teilgenehmigung für die Bosch-Fabrik eingelegt, die 700 Arbeitsplätze schafft. Globus besitzt in der Nähe des Fabrikneubaus einen Baumarkt, möchte aber auch einen Supermarkt an einer ganz anderen Stelle in Dresden bauen: am Alten Leipziger Bahnhof. Der Stadtrat ist gegen dieses Globus-Vorhaben und möchte dort lieber Wohnungen sehen.

Globus-Regionalleiter Enrico Wilde wies auf Nachfrage der SZ den Verdacht zurück, der Einspruch bei Bosch solle seine Supermarkt-Pläne voranbringen.

s ließ Fragen der SZ unbeantwortet, ob der Einspruch gegen Bosch sein Supermarkt-Vorhaben voranbringen sollte. Keine Auskunft war auch vom Immobilienkonzern Derag zu bekommen, der das Gewerbegebiet Airportpark nahe der A4-Ausfahrt Flughafen erschlossen hatte. In den 90er-Jahren hatte die Derag mit der Stadt um Rechtssicherheit für die Grundstücke gestritten. Nun will die Stadt einen neuen Bebauungsplan aufstellen, damit die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe vorangeht. Einzelhandel, Wohnungen und Hotels sollen dort „reglementiert“ werden, weil von ihnen künftige Einsprüche gegen Produktionsbetriebe kommen könnten.

Tilo Wirtz (Linke) sagte, diese Beschlüsse schützten Bosch nicht, da sie auf den vorliegenden Einspruch keinen Einfluss hätten. Löser sagte, es gehe um künftige mögliche Erweiterungen der Chipfabrik.