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Supermarkt gegen Bosch-Chipfabrik

Versucht der Einzelhändler Globus, die Stadt Dresden zu erpressen? Der Stadtrat beugt gegen künftige Fälle vor.

© SZ/Veit Hengst

Von Georg Moeritz und Andreas Weller

Dresden. Aus Sorge um die Zukunft der neuen Bosch-Mikrochipfabrik in Dresden hat der Stadtrat am Donnerstagabend eine Veränderungssperre für die Umgebung der Baustelle in Dresden-Rähnitz beschlossen. Damit wird es schwieriger, in der Nähe der Fabrik Läden und Wohnungen zu bauen.

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Grünen-Fraktionschef Thomas Löser sagte in der Stadtratssitzung zur Begründung der neuen Vorschriften, die Stadt dürfe sich nicht „von Globus erpressen“ lassen. Der Einzelhandelskonzern Globus hat Einspruch gegen eine Teilgenehmigung für die Bosch-Fabrik eingelegt, die 700 Arbeitsplätze schafft. Globus besitzt in der Nähe des Fabrikneubaus einen Baumarkt und will nach eigenen Angaben prüfen lassen, ob vom neuen Nachbarn Bosch Gefahren für Kunden und Mitarbeiter ausgehen.

Allerdings möchte Globus auch einen Supermarkt an einer ganz anderen Stelle in Dresden bauen: am Alten Leipziger Bahnhof. Der Stadtrat ist gegen dieses Globus-Vorhaben und möchte dort lieber Wohnungen sehen. Globus-Regionalleiter Enrico Wilde wies auf Nachfrage der SZ am Freitag den Verdacht zurück, der Einspruch bei Bosch solle seine Supermarkt-Pläne voranbringen. Globus stehe der Suche nach einem anderen Standort für seinen geplanten Supermarkt offen gegenüber, kenne aber noch kein Ergebnis. Laut Löser beteiligt sich auch die Landesregierung daran, ein passendes Grundstück für einen Globus-Supermarkt zu finden.

Für die Bosch-Umgebung will die Stadt nun einen neuen Bebauungsplan aufstellen, damit die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe vorangeht. Tilo Wirtz (Linke) sagte, diese Beschlüsse schützten Bosch nicht, da sie auf den vorliegenden Einspruch keinen Einfluss hätten. Löser sagte, es gehe um spätere Erweiterungen der Chipfabrik.