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Superzelle entlädt sich über der Region

Die Götzingerstraße in Neustadt verwandelte sich am Montag in einen Sturzbach. Das zeigt ein Video der Neustädter Feuerwehr.

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© Grafik: Deutscher Wetterdienst

Von Gunnar Klehm und Katarina Gust

Sächsische Schweiz. Wie ein reißender Fluss bahnen sich die Wassermassen ihren Weg über die Götzingerstraße in Neustadt. Beinahe horizontal peitscht der Wind den Regen. Hinzu kommen dicke Hagelkörner, die in den Sturzbach fallen. Mittendrin stecken Autos fest – und ein Einsatzfahrzeug der Neustädter Feuerwehr. Ein Retter greift zum Handy und filmt die Szenerie. Das Video hat die Freiwillige Feuerwehr Neustadt auf ihrer Facebook-Seite hochgeladen.

Es wurde inzwischen Hunderte Mal geteilt. Der knapp 30 Sekunden lange Film, zeigt die Ausmaße des Unwetters, das sich Montagabend über der Sächsischen Schweiz entlud. Vor allem Neustadt traf es heftig. Stellenweise fielen binnen 24 Stunden bis zu 60 Liter Regen, wie ein Niederschlagsradar des Deutschen Wetterdienstes zeigt. Innerhalb einer Stunde fielen allein an der Messstelle Lichtenhain/Mittelndorf 23 Liter Niederschlag, teilt der Deutsche Wetterdienst mit.

Weiter nördlich im Gebiet Neustadt/Pulsnitz entlud sich sogar ein sogenannter Mesozyklon, Wetterexperten nennen das auch eine Superzelle. Meteorologen haben errechnet, dass dort Niederschlagsmengen von mehr als 40 Litern pro Stunde niedergegangen sind. Ausläufer dieses sich drehenden Gewitters trafen indes das Elbsandsteingebirge. Dort waren die Auswirkungen wegen der steilen Hänge beachtlich. Die Massen an Regen und Hagel konnten auf vielen Feldern nicht versickern, es bildeten sich Sturzbäche.

Erschwerend hinzu kam, dass die Landwirtschaftsbetriebe viele Äcker frisch bestellt haben, es also keinen Bewuchs gibt, der abfließendes Wasser zurückhält. Im Landkreis wurden zwischen 20 und 23 Uhr 65 Einsätze registriert.

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