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Dresden

Vermisste Forscherin aus Dresden ist tot

Tagelang suchte die Familie auf Kreta nach Suzanne Eaton. Nun hat sie traurige Gewissheit. Die Todesumstände sind allerdings noch unklar.

Die Molekular-Biologin Suzanne Eaton vom Dresdner Max-Planck-Institut verschwand am Dienstag spurlos auf Kreta, wo sie an einer Konferenz teilnahm. In der Nacht zu Dienstag wurde ihr lebloser Körper in einer Höhle gefunden.
Die Molekular-Biologin Suzanne Eaton vom Dresdner Max-Planck-Institut verschwand am Dienstag spurlos auf Kreta, wo sie an einer Konferenz teilnahm. In der Nacht zu Dienstag wurde ihr lebloser Körper in einer Höhle gefunden. © www.facebook.com/Searchingforsuzanne

Die seit dem 2. Juli auf der Insel Kreta vermisste Wissenschaftlerin Suzanne Eaton ist tot. Das bestätigt das Dresdner Max-Planck-Institut, für das die Molekular-Biologin zuletzt gearbeitet hat. Die griechische Polizei fand die Leiche der 59-jährigen am Montagabend, heißt es in einer Mitteilung.

Die Untersuchung der Todesumstände sei noch nicht abgeschlossen. Griechische Medien berichten, die Zellbiologin sei leblos in einer Höhle nahe Xamoudochori gefunden worden. Nach Angaben verschiedener Medien soll eine Polizeisprecherin gegenüber "Bild" gesagt haben, dass die Leiche der Frau in ein Tuch eingewickelt war. Bestätigt wurde das bisher nicht.

"Wir sind zutiefst schockiert und erschüttert über dieses tragische Ereignis. Suzanne war eine herausragende und inspirierende Wissenschaftlerin, eine liebevolle Ehefrau und Mutter, eine Athletin und eine wunderbare Person, die von uns allen sehr geliebt und geschätzt wurde. Ihr Verlust ist unfassbar", schreibt das Max-Planck-Institut zum Tod der renommierten Wissenschaftlerin. 

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Dresdner Wissenschaftlerin vermisst

Suzanne Eaton vom Dresdner Max-Planck-Institut wurde zuletzt am Dienstag bei einer Konferenz auf Kreta gesehen. Seitdem wird sie vermisst.

Eaton wurde zuletzt am Nachmittag des 2. Juli als Teilnehmerin einer Konferenz in Chania gesehen. Seitdem galt sie als vermisst. Ihre Familie vermutete, dass sie zu ihrem täglichen 30-minütigen Lauf aufgebrochen war, da ihre Laufschuhe sowie ein pinkes Laufshirt fehlten. Allerdings hatte sie sämtliche andere Sachen, inklusive Handy, im Hotelzimmer zurückgelassen. Eaton galt als körperlich sehr fit. Sie ist auch Trägerin eines schwarzen Taekwondo-Gürtels.

Auf der Facebook-Seite „Searching for Suzanne“ schreibt Callie, die Nichte der Wissenschaftlerin, dass sie den Fund der Leiche zunächst nicht kommentieren wolle. "Ich verstehe, dass viele von euch Antworten wollen, und bin dankbar, dass ihr bei dem Fall mitgeholfen habt, aber ich bitte euch darum, von Spekulation auf dieser Seite abzusehen. Wir können noch nichts kommentieren, aber ich werde etwas posten, wenn die Zeit dafür gekommen ist."

An der Suche nach Suzanne Eaton waren bis zu 100 professionelle und freiwillige Helfer im Schichtsystem involviert. Auch Fährtenhunde waren im Einsatz, ebenso wie Suchflugzeuge. 

Zwischenzeitlich wurde auch ein Spendenkonto für die Suche nach der Forscherin eingerichtet. "Da Kosten für zusätzliche Such- und Rettungsteams mit Hunden am Land und Spezialausrüstung für die Suche im Meer zu erwarten sind", steht im Aufruf auf Facebook. Fast 36.000 Euro sind bereits zusammengekommen. 

Die Dresdnerin mit amerikanischem Pass arbeitete seit fast 20 Jahren für das Max-Planck-Institut. Sie galt als eine der führenden Experten auf ihrem Forschungsgebiet. Als solche war sie zu der Konferenz an der Orthodoxen Akademie eingeladen worden. Eatons Ehemann ist Anthony A. Hyman, Direktor des Dresdner Max-Planck-Instituts. Die beiden Wissenschaftler haben gemeinsam zwei Söhne. 

Prof. Dr. Michael Schroeder, Direktor am Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden, drückt sein Mitgefühl für die Hinterbliebenen aus: "Unser Mitgefühl in diesen schweren Stunden gilt ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden." Auch Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange äußerte sich zum Tod Eatons. "Frau Prof. Eaton war eine wichtige Säule des Instituts, eine lebensfrohe und offene Frau, die viel zu früh durch ein schreckliches Ereignis ums Leben kam. Mit ihrem Tod wird eine menschliche und wissenschaftliche Lücke im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik gerissen."