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Tänzer sorgen für volle Häuser

Wenn in den nächsten zwei Wochen kaum noch ein freies Hotelbett zu bekommen ist, hat das nur einen Grund.

© Archivfoto: Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

Riesa. Ausgebucht im November? Wenn Hotels im Elbland zu dieser Jahreszeit kein Zimmer mehr frei haben, ist es wieder so weit: Die Tanzwochen in Riesa stehen an. In den nächsten 14 Tagen fliegen mehr als 3 400 Tänzer von mehreren Erdteilen ein, um die Weltmeister im Showtanz und im Stepptanz zu küren. Tag für Tag werden sie mit ihren Übungen und Aufführungen die Riesaer Arena belegen – aber eben auch Hotels im weiten Umkreis.

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Manche von ihnen quartieren sich selbst in Pensionen oder Jugendherbergen ein. Für die meisten aber besorgt die Riesaer Tochtergesellschaft FVG ein Quartier – anders wären mehrere Tausend Betten auch kaum zu organisieren. „Wir haben zum Glück viele Stammhotels, die schon wissen, dass wir kommen“, sagt FVG-Sprecher Tobias Czäczine. Häuser von Wermsdorf bis Gröditz, von Oschatz bis Radebeul sind darunter. Ob einfacher Landgasthof oder Vier-Sterne-Hotel: Die Sportler können ein halbes Jahr vorher selbst wählen, welche Kategorie sie buchen. Die FVG ist derweil schon erfahren darin, die einzelnen Mannschaften auf die Häuser zu verteilen. Manche Teams sind über die Jahre quasi zum Stammgast geworden – so wie die Engländer im Goldenen Hirsch Wermsdorf. Sie sind in Sichtweite des Alten Jagdschlosses untergebracht, ein paar Hundert Meter sind es bis zum Schloss Hubertusburg: Aber das bekommen die Gäste von der Insel nur im Vorbeifahren zu sehen. „Die werden früh vom Shuttlebus geholt und abends gegen zehn oder elf wieder gebracht. Da fallen sie bloß noch in die Betten“, heißt es vom Hotel.

Die englischen Stepptänzer seien pflegeleicht und hätten keine Sonderwünsche. Und das, obwohl sie vergangenes Jahr Weltmeister geworden sein. „Wir hoffen, dass sie es dieses Jahr wieder werden“, heißt es vom Goldenen Hirsch. Dort kommt dieses Mal erstmals auch eine deutsche Gruppe unter. Immerhin einen schönen Blick auf die Elbe bekommen dagegen die Schweizer, Italiener und Südafrikaner im Hotel Knorre Meißen. Der Ausblick von der Terrasse auf den Fluss dürfte dieses Mal für sämtliche Gäste neu sein: Die Gruppen haben gewechselt, in den Vorjahren waren in der rechtselbisch gelegenen Knorre andere Schweizer Tänzer untergebracht. „Freundliche Gäste“, bestätigt ein Mitarbeiter des Drei-Sterne-Hotels – der die WM-Teilnehmer allerdings fast nur zum Frühstück zu Gesicht bekommt.

In einem Vier-Sterne-Hotel kommen dagegen die drei Gruppen unter, die während der Tanzwochen das City-Hotel Radebeul beziehen. „Wir haben unter anderem Amerikaner da“, sagt eine Mitarbeiterin. Die waren schon vergangenes Jahr im Haus unterhalb der Lößnitzer Weinberge. Die Stadt Radebeul dürften sie trotzdem kaum kennen. „Sightseeing wäre toll – aber das wird wohl aus Zeitgründen wieder nichts“, heißt es vom Hotel. Die Showtänzer in der nächsten Woche belegen 83 Zimmer in Radebeul. Die Stepptänzer in der Woche drauf brauchen dann schon 103 Zimmer im City-Hotel. Ein echter Wirtschaftsfaktor – und das im sonst eher trüben November.

Die in Radebeul, Meißen, Wermsdorf untergebrachten Gäste brauchen dann jeden Tag den Shuttlebus – die FVG hat für den täglichen Antransport drei bis vier Reisebusse, fünf Kleinbusse, einen Pkw organisiert. Zu Fuß gehen können dagegen die Gäste, die im Riesaer Mercure untergebracht sind: „Unser Haus ist in der Zeit komplett gefüllt“, sagt Reiner Striegler von der Betreibergesellschaft Mercure. Die 90 Zimmer werden von Kanadiern, Russen und Mexikanern belegt – und von den Offiziellen des Welttanzverbands IDO. In den Vorjahren wurde zum Thanksgiving oft nach Truthahn verlangt, sagt Reiner Striegler. Auch die Bar Panama Joe sei gut angenommen worden. „Die Tänzer versorgen sich aber auch anderswo in Riesa. Von den Tanzwochen hat die ganze Stadt etwas.“