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Hoyerswerda

Tätzschwitzer sind beunruhigt

Seit dieser Woche macht das Gerücht die Runde, dass der mutmaßliche Brandstifter auf freiem Fuß sei. Das ist falsch.

Feuerwehreinsätze gab es in den letzten Monaten mehrfach.
Feuerwehreinsätze gab es in den letzten Monaten mehrfach. © Foto: Ralf Grunert (A)

Tätzschwitz. Seit zweieinhalb Wochen hat es im Elsterheider Ortsteil Tätzschwitz nicht mehr gebrannt. Die Serie von fünf Scheunenbränden seit dem 19. Mai war am 8. Juli mit der Festnahme eines 30-jährigen Einwohners abrupt beendet. In den Morgenstunden des 8. Juli hatte das Feuer sogar vom Schuppen auf ein Wohnhaus übergegriffen und schwere Schäden angerichtet. Ein Spürhund half mit bei der Suche nach dem mutmaßlichen Brandstifter. Seit Mitte dieser Woche nun machte sich in der Bürgerschaft in Tätzschwitz plötzlich Unruhe breit. Bei Verantwortungsträgern im Dorf klingelt ständig das Telefon. Es heißt, der 30-Jährige sei wieder auf freiem Fuß. Gesehen wurde er aber noch nicht. Die Verunsicherung ist groß, die Furcht vor neuen Bränden ebenfalls.

Haft wegen Wiederholungsgefahr

Von dem festgenommenen 30-jährigen Mann kann allerdings keine Gefahr ausgehen, das hat TAGEBLATT auf Nachfrage aus der Staatsanwaltschaft Görlitz erfahren. „Der mutmaßliche Brandstifter von Tätzschwitz wurde am 9. Juli 2020 wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft genommen und befindet sich nach wie vor dort“, ließ der verantwortliche Pressesprecher, Staatsanwalt Christopher Gerhardi, wissen. Das in Tätzschwitz kursierende Gerücht, dass der Mann aus der Untersuchungshaft entlassen worden sei, ist falsch, stellt der Staatsanwalt klar. Wie weiter zu erfahren war, stehe die Anklageerhebung noch aus. „Sie soll aber so schnell wie möglich erfolgen. Allerdings wird hier noch geprüft, ob der Beschuldigte auch für weitere Brandstiftungen in seinem unmittelbaren Wohnumfeld seit Mai 2020 verantwortlich ist.“ Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass der mutmaßliche Brandstifter in nächster Zeit überraschend wieder in Tätzschwitz auftauchen wird. „Wenn es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft geht, bleibt der Beschuldigte bis zur Gerichtsverhandlung in Haft“, erklärte Christopher Gerhardi.

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