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Tafel öffnet am neuen Standort

Die Hilfseinrichtung in Döbeln ist zur Eichbergstraße umgezogen. Die Bedingungen sind besser, aber die Entfernung größer.

© André Braun

Von Jens Hoyer

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Döbeln. In den Räumen der Döbelner Tafel sieht es aus, wie es bei Umzügen immer aussieht: etwas chaotisch. Stühle stehen herum und Umzugskisten. Dazwischen wischen zwei Frauen Möbel ab. In den Lagern stapeln sich schon Kartons mit Lebensmitteln, während in anderen Räumen noch Handwerker zugange sind. Der Umzug der Tafel von der Bahnhofstraße zur Eichbergstraße ist im vollen Gange. „Am 1. Februar wollen wir öffnen“, sagte Marion Sommerfeldt, die Leiterin der Tafel. Seit vergangener Woche wurden Einrichtungsgegenstände, Möbel und Lebensmittel in die neuen Räume gebracht.

Bis auf die Veränderung des Standorts bekommen die Tafelkunden nichts mit von dem Umzug. In der vergangenen Woche waren noch ganz normal Lebensmittel ausgegeben worden. „Der Umzug läuft bei uns parallel. Wir wollten nicht zumachen. Für unsere Lieferanten ist das nicht gut und die Leute stehen ohne Lebensmittel da“, sagte Marion Sommerfeldt.

„Brigittes Imbiss“ seht immer noch auf einem Schild über der Eingangstür. Der Imbiss war vor der Tafel in den Räumen eingemietet und einige der Einrichtungsgegenstände wurden auch übernommen. Der Verkaufstresen wird von der Tafel weitergenutzt und auch eine Kühlvitrine. „In die können wir künftig die Wurstwaren legen“, sagte die Leiterin. Unter den alten Bedingungen war es für die Tafel deutlich schwieriger, die geforderten hygienischen Bedingungen einzuhalten – und das war letztlich einer der Gründe für den Umzug. In einem der Lagerräume steht schon eine neue große Kühlzelle, die der Verein Netz-Werk Mittweida als Träger der Tafel mit Spenden und Fördermitteln angeschafft hat. In dem Raum ist noch Platz für eine Tiefkühlzelle, die allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt beschafft werden soll, so Marion Sommerfeldt. Bis dahin behilft sich die Tafel mit vorhandenen Gefrierschränken.

Die Tafel hatte die ehemaligen Imbissräume vom Vermieter für seine Zwecke anpassen lassen. So gib es jetzt einen Warteraum für die Kunden. „Wir werden an den Ausgabetagen schon um 8 Uhr öffnen. Die Ausgabe beginnt aber erst um 9.30 Uhr. Dann können die Leute mal ein bisschen plauschen.“ In dem Raum soll auch eine Leseecke eingerichtet werden, ein „Büchertauschregal“, wie die Leiterin sagte. Auch eine kleine Tauschecke für Kleidung sei geplant und eine Spielecke. Mittagessen, wie es das früher bei der Tafel gab, sei aber nicht vorgesehen. „Wir haben auch niemanden, der das kochen könnte“, so Marion Sommerfeldt.

Etwa 60 bis 70 Familien kommen donnerstags, um sich bei der Tafel mit günstigen Lebensmitteln einzudecken. Als Mitte vergangenen Jahres Netz-Werk Mittweida die Tafel von der Arbeiterwohlfahrt übernommen hatte, führte der neue Träger Ausweise für seine Kunden ein. „Voraussetzung ist, dass sie Sozialleistungen beziehen oder als Einzelperson unter 850 Euro Einkommen im Monat haben. Bei Ehepaaren sind es 1400 Euro“, sagte die Leiterin. Die Tafel gibt die Lebensmittel abgepackt in Beuteln aus, die je nach Sortiment drei oder fünf Euro kosten.

Der neue Standort liegt jetzt im Gewerbegebiet West und damit dezentraler als der alte. Die nächste Bushaltestelle ist etwa 500 Meter entfernt an der Burgstraße. „Wer die Hilfe nötig hat, der findet auch hierher“, sagte die Leiterin. Viele Kunden kommen ohnehin per Auto. An der Eichbergstraße soll noch eine Hinweistafel aufgestellt werden. Parken müssen die Kunden allerdings auf dem Parkplatz am Burgstadel. „Auf dem Hof ist Parken nicht möglich. Dort gibt es LKW-Verkehr“, so Marion Sommerfeldt.