merken

Döbeln

Tagespflege ist ausgezogen

Der Pflegedienst Brambor hat die Räume an der Karl-Marx-Straße aufgegeben. Auch ein anderes Projekt muss überdacht werden.

Die Räume im ehemaligen Haus der Geschenke an der Karl-Marx-Straße stehen wieder zur Vermietung. Zuletzt war die Tagespflege der Brambor Pflegedienstleistungen dort untergebracht.
Die Räume im ehemaligen Haus der Geschenke an der Karl-Marx-Straße stehen wieder zur Vermietung. Zuletzt war die Tagespflege der Brambor Pflegedienstleistungen dort untergebracht. © Dietmar Thomas

Hartha. Die Geschäftsräume im ehemaligen Haus der Geschenke in Hartha stehen wieder leer. Bis vor einigen Wochen hatte sich die Firma Brambor Pflegedienstleistungen eingemietet, doch der Vertrag wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst, wie Marco Prüfer, Geschäftsführer des Vermieters Wohnbau Hartha gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Der Pflegedienst hatte in den Räumen eine Tagespflege mit zwölf Plätzen eingerichtet. „Wir hätten jedoch aufgrund gesetzlicher Bestimmungen eine Summe von mehreren 10 000 Euro in den Brandschutz investieren müssen“, sagte Prokurist Benjamin Brambor. Der Pflegedienstleister hatte die Räume im „Haus der Geschenke“ als Zwischenlösung gesehen. „Eine derartig hohe Investition hätte sich für beide Seiten nicht gerechnet, deshalb haben wir uns entschlossen, den Vertrag aufzulösen“, sagte Marco Prüfer.

Anzeige
Backen wie bei Muttern

Nur mit Stollen ist eine weihnachtliche Kaffeetafel wirklich komplett. Wie der hergestellt wird, erfahren Besucher am 23. November in der Bäckerei Erntebrot.

Benjamin Brambor betont jedoch, dass weder die Klienten noch die Mitarbeiter nun im Regen stehen. „Die Harthaer, die unsere Tagespflege besucht haben, sind nun in Waldheim beziehungsweise Döbeln untergebracht“, so Brambor. Die Mitarbeiter seien in anderen Bereichen des Unternehmens tätig. 

Trotz der Schließung der Tagespflege schließt Benjamin Brambor ein Engagement des Unternehmens in der Stadt nicht kategorisch aus. „Es wird in Hartha etwas geben. Wir wollen auch hier vertreten sein“, so Brambor.

Die Räumlichkeiten an der Karl-Marx-Straße stehen nun wieder zur Verfügung. „Die Lage im Stadtzentrum ist günstig, die großen Schaufenster sind sicher ein Pluspunkt“, sagt Marco Prüfer, der die Gesamtfläche der Räume mit 130 Quadratmetern angibt.

Auch der Wohnbau-Geschäftsführer hatte den Einzug des Pflegedienstleisters ins Haus der Geschenke als Übergangslösung angesehen. Es war geplant, dass die Firma Brambor mit einer Tagespflege in den ehemaligen Ungarnblock an der Nordstraße einzieht. „Diese Pläne sind jedoch nicht mehr umsetzbar, auch aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen. Die Kosten wären einfach zu hoch gewesen“, sagte Marco Prüfer.

Noch im Dezember des vergangenen Jahres hatte die Wohnbau Hartha von großen Investitionen gesprochen, die sie an den Häusern Nordstraße 32 bis 36 tätigen wolle. „Es sollen 22 altersgerechte Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen und eine Tagespflege mit einer großen Außenterrasse entstehen“, hieß es damals. 

Im Frühjahr sollten die Aufträge ausgeschrieben werden, der Baubeginn im Sommer erfolgen. Getan hat sich bisher jedoch nichts. „Wir sitzen an einer neuen Lösung“, sagte Marco Prüfer. Einen Zeitpunkt, wann die Planungen abgeschlossen sind, konnte der Geschäftsführer nicht nennen.

Der Wohnblock wird im Volksmund als Ungarnblock bezeichnet, weil dort zu DDR-Zeiten in den 1970er-Jahren vorwiegend ungarische Gastarbeiter untergebracht waren. Der Block soll sogar für sie errichtet worden sein. Die jungen Leute arbeiteten in den Harthaer Betrieben.

 Das Haus steht nun schon seit einer geraumen Zeit leer. „Ein Abriss wäre schade, denn ein weiteres saniertes Objekt im Bereich der Nordstraße ist eine Bereicherung für Hartha“, sagte Marco Prüfer.