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Dresden
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Takte statt Tickets

Für ein besonderes Konzert in der Dresdner Annenkirche werden möglichst viele Takte gebraucht. Was das mit der Krebsforschung zu tun hat, sagt Moderatorin Anja Koebel.

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© imago images / Photocase (Symbolbild)

Dresden. Wenn Musiker ihr Spiel abbrechen, dann stimmt etwas nicht. Im Fall der Dresdner Kapellsolisten könnte der Grund sein, dass sie nicht genügend Takte zur Verfügung haben. Wie es dazu kommen kann und was zu tun ist, damit das Publikum dem Konzert des Kammerorchesters bis zum Schluss lauschen darf, darüber spricht die Moderatorin Anja Koebel im Interview mit SZ-Redakteurin Nadja Laske.

Frau Koebel, Sie moderieren am 4. Mai ein Konzert, das eine Überraschung birgt. Was passiert da?

Es wird wirklich spannend. Denn für das Benefizkonzert in der Annenkirche werden Takte statt Tickets verkauft. Ein Takt sichert einen Platz im Konzert. Die Kapellsolisten beenden ihr Programm mit den hoffnungsfrohen Stücken Frühling und Sommer aus Vivaldis Vier Jahreszeiten. Doch sie spielen nur so viele Takte davon, wie verkauft sind. Schlimmstenfalls brechen sie also mittendrin ab.

Weshalb aber der Takte-Verkauf?

Wenn Musik plötzlich abbricht, irritiert das. Die Idee ist Sinnbild für den Moment, wenn ein Mensch die Diagnose Krebs bekommt. Sie bringt das gesamte Leben aus dem Takt. Die Initiatoren des Konzertes sammeln mit der Veranstaltung Geld für die Krebsforschung. Der Erlös kommt dem Bau eines hochmodernen onkologischen Labors zugute, das das neue Centrum für Tumorerkrankungen auf dem Gelände der Uniklinik künftig ergänzen soll. Dessen Finanzierung ist noch nicht gesichert.

Hat Krebs für Sie privat schon eine Rolle gespielt?

Meine Großmütter sind daran gestorben und auch meine Mama hatte Krebs. Wir haben sie zu Hause bis zum Lebensende begleitet. Auch beruflich habe ich mich viel mit dem Thema befasst, unter anderem in einer Reportage über eine junge Frau. Ich traf sie erstmals kurz nach der Diagnose. Der Film endet mit ihrem Tod.

MDR-Moderatorin Anja Koebel
MDR-Moderatorin Anja Koebel © PR

Stärkt oder ängstigt Sie die Beschäftigung mit dem Thema Krebs?

Ich habe schon Angst vor der Krankheit. Deshalb appelliere ich sehr daran, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Früherkennung und weitere Forschungen sind ganz entscheidend. In Dresden haben wir inzwischen ein führendes Tumorzentrum. Das ist eine riesige Chance.

Takte/Tickets zu 25 Euro für das Konzert am 4. Mai, 16 Uhr in der Annenkirche gibt es an den SZ-Ticketstellen in der Altmarkt-Galerie und im Karstadt.