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Bautzen

Musikfest bietet perfekten Tango

Bei den „Argentinischen Nächten“ in Schmochtitz zeigten Musiker und Tänzer aus Deutschland und Südamerika ein gelungenes Zusammenspiel.

Der Tango stand am Wochenende im Mittelpunkt des Musikfestes in Schmochtitz. © Carmen Schumann

Schmochtitz. Papst Franziskus soll beim Empfang von Gästen aus seiner argentinischen Heimat im Vatikan ausgerufen haben: „Jetzt weht der Wind der Pampa auch hier!“. Am Freitag und Sonnabend wehte der Wind der Pampa in Schmochtitz. Beim 15. Musikfest in dem ländlichen Ortsteil von Bautzen waren diesmal „Argentinische Nächte“ angesagt. Bereits am Freitagabend, als der „Wind der Pampa“ noch recht kühl wehte, ließen sich rund 700 Besucher das üppig ausgestattete Spektakel nicht entgehen. Dank der Initiative der Bautzener Gruppe „Tango Misterio“, die bei einem Auftritt in Argentinien Kontakte in das südamerikanische Land geknüpft hatte, konnten Sänger, Tänzer und Musiker von dort für das Schmochtitzer Musikfest verpflichtet werden.

Wie immer führte Moderatorin Kristina Nerad charmant und sachkundig durch den Abend. So konnte sich das Publikum nicht nur an Musik, Gesang und Tanz erfreuen, sondern bekam auch noch jede Menge Hintergrundwissen mit. So informierte die Moderatorin, dass der Tango nicht nur gesetzlichen Schutz in Argentinien genießt, sondern mittlerweile auch in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Zu erfahren war auch, dass Argentinien zwischen 1853 und 1950 rund sieben Millionen Einwanderer aufgenommen hat, darunter unter anderem Menschen aus Italien, Spanien und Osteuropa. So wurde das Land zum Schmelztiegel der Kulturen. Und der Tango nahm die Einflüsse aus den Herkunftsländern der Einwanderer auf.

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Verbürgt ist, dass auch viele Sorben ihr Glück in Südamerika suchten. Darunter auch der Schäfer Johann Mickan aus Kleinbautzen. Der wurde in Argentinien Schafzüchter und machte dort sein Glück, kehrte aber nach 20 Jahren in die Heimat zurück. Er eröffnete in Eiserode an der B 6 die Gaststätte „Buenos Aires“, die leider schon seit 1985 geschlossen ist.

In Erinnerung an diese Episode erklang in Schmochtitz das Lied „Wulke zadzjewanja – Übers Meer“ von Jan Arnošt Smoler. Ansonsten wurde der Tango in vielen Variationen interpretiert. Judith Kubitz, die neue Intendantin und Dirigentin des Sorbischen Nationalensembles (SNE), trieb die Musiker aus dem hauseigenen Orchester, dem Orquesta Municipal De Tango La Plata und der Gruppe Tango Misterio mit ihrer temperamentvollen Art zu Höchstleistungen. Es erklangen hauptsächlich Werke von Alberto Ginastera und von Astor Piazolla. Letzterer, Komponist und Bandoneon-Spieler, gilt als Begründer des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des Tango Argentino. Piazolla schuf über 1 000 Kompositionen. Eine wahre Augenweide waren die Tänzer, wobei das Ballett des SNE den Gästen aus Argentinien in nichts nachstand. Das war Tango in höchster Perfektion, ja beinahe akrobatischer Ausprägung.

Beim überwältigenden Finale, das nach einem Medley aus dem Musical „Evita“ von drei Zugaben gekrönt wurde, standen neben den Gastgebern vom SNE alle Beteiligten zusammen auf der Bühne, darunter auch ein Extrachor aus Laien, der die Sänger des SNE stimmgewaltig unterstützte. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Beifall für die großartige Leistung, die Gastgeber und Gäste abgeliefert hatten. Gekrönt wurde der rund dreistündige Abend durch ein Abschlussfeuerwerk, das das Gelände des Bischof-Benno-Hauses Schmochtitz in einem geheimnisvollen Licht erscheinen ließ.

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