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Politik

Tanker mit iranischem Öl kommt frei

Eine Gerichtsentscheidung auf Gibraltar zur "Grace 1" könnte den Konflikt mit dem Iran entschärfen. Doch die Amerikaner versuchen, dazwischen zu grätschen. 

Der Supertanker "Grace 1" liegt in den Gewässern von Gibraltar. Er könnte in Kürze seine Fahrt fortsetzen.
Der Supertanker "Grace 1" liegt in den Gewässern von Gibraltar. Er könnte in Kürze seine Fahrt fortsetzen. © Marcos Moreno/AP/dpa

Washington/London/Gibraltar. Gibraltar hat den mit iranischem Öl beladenen Supertanker "Grace 1" freigeben. Das bestätigte am Abend der Iran. Das Schiff sei frei und werde schon bald Gibraltar verlassen, twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad, am Donnerstag. Das Ende "der illegalen Festsetzung" des Tankers sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen des iranischen Außenministeriums mit der britischen Seite in den vergangenen Wochen. 

Die entsprechende Entscheidung hatte am Donnerstag das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südküste Spaniens gefällt. Mit der Entscheidung wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Ländern, darunter den USA und Großbritannien.

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In letzter Minute versuchten die USA, das Schiff am Auslaufen zu hindern. Die Regierung Gibraltars teilte mit, das US-Justizministerium habe beantragt, den Tanker wegen einer Reihe von Vorwürfen zu beschlagnahmen. Eine gerichtliche Prüfung dessen stehe noch aus. Was das konkret für den Tanker bedeutet, war zunächst unklar.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt.

Am 19. Juli stoppten dann die iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus den britischen Öltanker "Stena Impero". Zur Begründung hieß es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord.

Einen vom Iran vorgeschlagenen Austausch der beiden Tanker lehnte die neue britische Regierung ab. Gibraltar ist britisches Hoheitsgebiet.

Atomstreit steht hinter Schifffahrtsstreit

Seit Monaten gibt es ein Kräftemessen zwischen dem Iran und anderen Staaten, allen voran den USA, das auch und gerade auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Zwischenfällen vor allem in der Straße von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die Führung in Teheran bestritt.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück.

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Ein Tanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl wurde in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die Crew-Mitglieder verhaftet.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seit dem Ausstieg aus dem Abkommen setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran widersteht dem Druck bisher. (dpa)