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Weißwasser

Tannenweg bleibt ohne Abwasseranschluss

Der Stadtrat Weißwasser hat mehrheitlich zugestimmt, dass der Tannenweg auch weiter ohne Abwasseranschluss bleibt. Eine Formsache war das dennoch nicht.

Solche Baumaßnahmen wie hier in Niesky bleiben den Weißwasseraner Tannenweg-Anrainern erspart.
Solche Baumaßnahmen wie hier in Niesky bleiben den Weißwasseraner Tannenweg-Anrainern erspart. © SZ/Steffen Gerhardt

Auf dem Tannenweg in Weißwasser werden Grundstücke dauerhaft dezentral entsorgt. Mit diesem Zusatz hat der Stadtrat Weißwasser jetzt das Abwasserbeseitigungskonzept angepasst. Der Tannenweg hat keine Schmutzwasserkanalisation. Für den Anschluss der Grundstücke müssten eine 220 Meter lange Rohrleitung, zwei Schächte sowie fünf Hausanschlüsse gebaut werden. Die Kostenschätzung beziffert den Aufwand mit 89.250 Euro. Nach Anschluss der Grundstücke wären Beitragseinnahmen von 10.000 Euro möglich. Demgegenüber stehen Kosten von 25.000 Euro für die Errichtung von fünf Biokleinkläranlagen, die die betreffenden Eigentümer finanzieren. Somit erscheint der Anschluss des Tannenwegs an die zentrale Abwasserkanalisation wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Im Plan bereits ausgewiesen, nur im Text nicht

Das Abwasserbeseitigungskonzept war 2009 erstellt und beschlossen worden. Damit wurden auch die Bereiche festgeschrieben, die dauerhaft dezentral zu entsorgen sind. Dies sei Grundlage für den Landkreis, vollbiologische Kleinkläranlagen zu genehmigen. Im Rahmen solcher Anträge hatte man beim Kreis „kleine Unstimmigkeiten“ im Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt festgestellt, so Baureferatsleiter Thomas Böse. Dabei sei es von Beginn an klar gewesen, dass der Tannenweg dezentral entsorgt werden soll. Die betreffenden Flurstücke waren im Lageplan des ABK bereits als dezentral ausgewiesen – nur eben im Textteil nicht erwähnt.

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Insofern hätte der Beschluss zu einer formellen Sache werden können. Die AfD-Fraktion aber stellte den Tannenweg als dezentrale Insel infrage, da doch ringsherum alles andere zentral entsorgt werde. Und Ronald Krause (SPD) zweifelte an den Zahlen. Wie Thomas Böse erklärte, habe die Stadt „viele belastbare Vergleichszahlen“ zum Abwasserbau. Außerdem seien aktuelle Preise aus kürzlich getätigten Maßnahmen eingeflossen. Damit waren aber offenbar noch immer nicht alle Unklarheiten beseitigt, was zu einer nichtöffentlichen Auszeit führte. Man hätte die Vorlage, die schon ein paar Monate alt ist, anders erläutern sollen, fand anschließend auch Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Letztlich wurde die Anpassung des ABK aber mit fünf Enthaltungen mehrheitlich beschlossen.

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