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Tanztheater vor den Weinbergen

Die Landesbühnen Sachsen laden zu zwei besonderen Tanzabenden vor der Kulisse von Schloss Wackerbarth ein.

© SZ/nis

Von Nina Schirmer

Radebeul. Als „really beautiful space“ – einem wirklich wunderschönen Ort – bezeichnet Joana Martins das Gelände um Schloss Wackerbarth. Seit drei Jahren ist die Portugiesin schon Mitglied der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen. Nächste Woche erwarten die Tänzerin aber ganz besondere Vorführungen. Die Landesbühnen laden zu Open-Air-Tanzabenden vor den Weinbergen auf dem Gelände von Schloss Wackerbarth ein.

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Draußen zu tanzen sei auf jeden Fall eine ganz andere Erfahrung, sagt die Ballerina. Und weil die Kulisse so schön ist, könne sie sich beim Tanzen bestimmt richtig fallen lassen. Auch ihre Kollegin Anita Suzanna Gregory freut sich auf die besonderen Auftritte. Seit einem Jahr lebt die Norwegerin in Radebeul. Die Vorführung im Freien ist für sie auch eine neue Herausforderung. Gut möglich, dass es sehr warm wird. Doch die Tänzerinnen sind Profis und lassen sich vom Wetter nicht abschrecken.

Insgesamt drei Aufführungen sind kommende Woche vor Schloss Wackerbarth geplant. Am 1. und 2. August laden die Tänzer mit „Tango Piazzolla“ zu einem leidenschaftlichen Abend ein. Der Tango als Musik der Sehnsucht entstand um 1880 in den Hafenvierteln von Buenos Aires, erklärt Gisela Zürner, Musikdramaturgin an den Landesbühnen. Es war die Zeit der großen Einwanderung. Viele kamen ins Land auf der Suche nach Arbeit. Der Männerüberschuss war groß, sagt Gisela Zürner. „Vor den Bordellen am Hafen bildeten sich lange Schlangen.“ Im Hintergrund lief die Tangomusik. Melodien, die die Sehnsucht nach Liebe, Glück und Erfolg ausdrückten.

Diese Motive greift auch der Tanzabend bei Wackerbarth auf. Das romantische Tanztheater voller Emotionen und Temperament erzählt von den Begegnungen junger Menschen in einer Großstadt. Sie erleben dabei das, was der Tango verkörpert – Sehnsucht und Verlangen, aber auch Sinnlichkeit und Leidenschaft. Feste Paare gibt es in der Choreografie nicht, alle sind auf der Suche. „Es ist ein ziemlich abstrakter Abend, der das ganze Leben umfasst mit seinem Scheitern aber auch Gewinnen“, sagt die Musikdramaturgin .

Getanzt wird zur Musik von Astor Piazzolla. Der Komponist entwickelte den Tango in der 50er-Jahren zu einer Konzertform. Er erweiterte den traditionellen Tango um Elemente der klassischen Moderne und des Jazz und schuf den „Tango Nuevo“.

Ein ganz anderes Tanzerlebnis erwartet die Zuschauer am Nachmittag 5. August. Dann erklingen die bekannten Melodien des „Schwanensee“ von Peter Tschaikowski. Die Landesbühnen präsentieren das wohl berühmteste Ballett der Welt in einer Märchenversion und als Tanztheater für die ganze Familie. Die Geschichte rund um Prinz Siegfried, der die Prinzessin Odette erlöst, welche vom Zauberer Rotbarth in einen Schwan verwandelt wurde, wird unterhaltsam und kindgerecht erzählt.

Und auch für ein Happy-End, das es normalerweise nicht gibt, ist gesorgt. Die Erzählerin rettet die Situation und sorgt für ein glückliches Paar am Ende, verrät die Musikdramaturgin.

Tango Piazzolla am 1. und 2. August um 20 Uhr, Eintritt: 19 Euro für Erwachsene und 15 für Kinder bis 16 Jahre

Schwanensee am 5. August um 16 Uhr. Eintritt: zwölf Euro für Erwachsene und sieben Euro für Kinder

Karten im Vorverkauf bei den Landesbühnen, 0351 8954214 und auf Schloss Wackerbarth, 0351 89550