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Tarifabschluss für 180 000 Sachsen

Zähes Ringen bis zuletzt: Am Freitagabend gibt es nach der vierten Tarifrunde für die Metaller endlich weißen Rauch am Verhandlungsort.

© Symbolfoto: dpa

Radebeul. Der Tarifvertrag für Sachsens Metaller ist unter Dach und Fach. Nach fast achtstündigen Verhandlungen einigten sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband VSME am Freitagabend in Radebeul darauf, den Pilotabschluss aus Baden-Württemberg für die 180 000 Beschäftigten in Sachsen zu übernehmen, gab die Gewerkschaft am Freitagabend bekannt. Allerdings sind nur schätzungsweise 35 Prozent der Betriebe tarifgebunden. Der Tarifvertrag sieht eine Einmalzahlung von 100 Euro und 70 Euro für die Auszubildenden im März sowie ab 1. April 2018 eine Entgelterhöhung von 4,3 Prozent vor. Weitere Regelungen sind ab 2019 vorgesehen. Auch der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie bestätigte die Einigung.

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Der Tarifvertrag sichert den Beschäftigten einen Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für bis zu 24 Monate, hieß es weiter. Danach haben sie das Recht, zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2020. Nach Angaben der IG-Metall haben sich die Tarifparteien zudem mit einer „Gesprächsverpflichtung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Sachsen“ darauf verständigt, „einen verbindlichen Arbeitsprozess zu beginnen“. Dahinter verbergen sich Bemühungen um eine Angleichung der Wochenarbeitszeit im Osten.

„Wir haben mit diesem Abschluss ein ausgezeichnetes Ergebnis mit Arbeitszeiten, die zum Leben passen und mehr Mitbestimmung im Betrieb erreicht“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin- Brandenburg-Sachsen. Zudem beschreite man den Weg einer Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten, der unterschiedliche Geschwindigkeiten für Betriebe zulässt: „Wir wollen damit gute Beispiele schaffen, an denen sich weitere Belegschaften orientieren können.“

Das Verhandlungsergebnis wird jetzt in den Betrieben diskutiert. Über die Annahme entscheiden am 23. Februar Tarifkommissionen des Bezirks. (dpa)