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„Tatort“-Kommissar wettert über Baukultur

Dresden boomt. Besonders der Wohnungsbau hat zugenommen. Aber ist alles schön, was entsteht?

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© ARD

Schauspieler Jörg Hartmann interessiert sich nicht nur für seine Rolle als Dortmunder „Tatort“-Kommissar Peter Faber, sondern auch für Städtebau und Architektur. Dabei kann er sich in Rage reden: „Schauen Sie sich die Geldkassetten-Architektur von heute an. Oder den grünen Ökowahn mit der Wärmedämmung. Blinder Aktionismus, der Hausbesitzer zwingt, ihre Häuser mit Styroporchemie zu verpacken“, sagt er. Hartmann ist einer der Redner beim Symposium „Baukultur als Renditefaktor!“ am 12. Januar im Hygienemuseum. Er fragt: „Haben wir verlernt, schön zu bauen?“

Die Veranstaltung wurde von Thomas Henkel und seiner Firma hpm Henkel Projektmanagement organisiert. Er sieht sich als ein Mittler zwischen Bauherren und Planern und möchte dazu beitragen, dass die Qualität in Dresden steigt. Wettbewerbe sowie eine gute Auswahl des Planers und Projektsteuerers seien dazu gut geeignet. „In der Stadt wird wieder viel investiert, insbesondere im Wohnungsbau. Neben regionalen Akteuren sind zunehmend überregionale Projektentwickler aktiv“, sagt er. Dabei setzt sich Henkel für eine Spezialisierung in der Branche ein. Ein Eintrag in die Architektenkammer allein reiche heute kaum noch aus, schätzt der 44-Jährige ein.

Für das Symposium hat er Stadtentwicklungsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) gewonnen. Den Einführungsvortrag zum Thema „Baukultur, was ist das?“ hält Reiner Nagel, Chef der Bundesstiftung Baukultur. Professor Hans-Walter Forkel von der TU Dresden stellt aus Sicht eines Projektentwicklers dar, was sich rechnet. Zu den Anforderungen an die Stadtplanung spricht der Amtsleiter Stefan Szuggat.

Beim anschließenden Podium diskutieren unter anderem der Dresdner Baywobau-Chef Berndt Dietze, Thomas Cromm von der Revitalis Real Estate und der Architekt Alexander Poetzsch mit den Referenten. Henkel hat fast 170 Anmeldungen zur Veranstaltung erhalten. Erstaunlicherweise haben aber nur zwei Stadträte zugesagt. Dabei seien sie Mittler zwischen Bürgern und Investoren, so Henkel. (SZ/kle)