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Feuilleton

"Tatort" startet in Jubiläumssaison

Einige Dreharbeiten wurden in der Corona-Krise unterbrochen. Nun geht die Saison los, in die das 50. Jubiläum der Reihe fällt. Was die Zuschauer erwartet.

© Christoph Schmidt/dpa

Von Gregor Tholl

Nach dreimonatiger Sommerpause und vielen alten Wunsch-"Tatorten" im Ersten geht es bald wieder los mit neuen Sonntagskrimis - und zwar in eine Jubiläumssaison. Am 29. November ist es ein halbes Jahrhundert her, dass der erste "Tatort: Taxi nach Leipzig" im Deutschen Fernsehen gezeigt wurde. In der neuen Saison feiert außerdem Zürich seine Premiere als "Tatort"-Stadt.

Angesichts der Corona-Krise müssen sich "Tatort"-Fans bislang keine Sorgen über fehlenden Nachschub machen. Nach derzeitiger ARD-Planung stehen genug Filme bis Ende des Jahres zur Verfügung. Der erste Fall der neuen Saison 20/21 ist am 6. September ein Fall aus Österreich.

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Gut zwei Monate später begeht die beliebteste deutsche Fernsehreihe dann ihren 50. Geburtstag mit einem Doppelkrimi, in dem die Teams aus München und Dortmund gemeinsam ermitteln. Beim Ruhrgebietskrimi ist es nach acht Jahren auch der Abschied für Schauspielerin Aylin Tezel.

Der sogenannte Crossover-"Tatort" zum 50. Jubiläum stand wegen der Corona-Krise wochenlang auf der Kippe, weil er beim Virusausbruch noch nicht fertig war. Der Dreh des Zweiteilers "In der Familie" konnte aber schließlich beendet werden. Das Drehbuch stammt von Bernd Lange ("Requiem", "Tatort: Goldbach"). Regie führten Dominik Graf, der schon für das 25. Jubiläum mit dem "Tatort: Frau Bu lacht" engagiert worden war, sowie Pia Strietmann ("Endlich Witwer").

Die Übersicht der übrigen "Tatort"-Teams - und was bis Ende 2020 anliegt:

  • Wien: Mit "Tatort" Nummer 1.136 geht es nach der Sommerpause am 6. September los. Es ist ein Fitnessstudiokrimi und der 23. gemeinsame Fall von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser als Eisner und Fellner. Diesmal unter anderem mit einer Lovestory für Bibi.
  • Frankfurt/Main: Am 13. September ist das Team vom Main wieder dran. Im Krimi "Funkstille" geht es laut HR um den Tod eines 19-Jährigen in einer alten Fabrikhalle und mögliche Verwicklungen einer Amerikanerin (gespielt von Tessa Mittelstaedt, Ex-Assistentin im Kölner "Tatort").
  • Schwarzwald: Wohl Ende September ist laut SWR "Rebland" mit Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner zu sehen. In dem Krimi wird eine Radiomoderatorin auf dem Heimweg von einem Weinfest vergewaltigt.
  • Berlin: Zum 30. Jubiläum der Wiedervereinigung (wohl am 4. Oktober im Ersten) zeigt der RBB eine komplizierte, "geteilte" Berliner Familiengeschichte. Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) finden einen 90-Jährigen (gespielt von Rolf Becker, Merets Vater) an dessen Geburtstag tot mit einer seltsamen Nachricht um den Hals auf.
  • Zürich: Am 18. Oktober hat laut SRF das neue Schweizer Duo Tessa Ott und Isabelle Grandjean (Carol Schuler und Anna Pieri Zuercher) Premiere. Der erste Fall heißt "Züri brännt" und führt in die 1980er, als Jugendliche in der größten Stadt der Schweiz revoltierten.
  • Münster: Drei Fälle gab es 2019 mit dem beliebtesten "Tatort"-Team. In diesem Jahr sind laut WDR noch zwei Fälle mit Thiel und Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) zu sehen. Im Film "Limbus", in dem Professor Boerne einen schweren Autounfall hat, taucht sogar noch einmal die eigentlich schon in der Improfolge "Das Team" gestorbene Figur Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) auf. In der Folge "Es lebe der König!" wird dagegen eine Leiche in Ritterrüstung gefunden. Die Folge läuft laut "goldenekamera.de" zu Weihnachten.
  • Stuttgart: Im Spätherbst ist laut SWR die Ausstrahlung des Wirtschaftskrimis "Der Welten Lohn" geplant, in dem Richy Müller und Felix Klare in den Kampf zwischen einem Konzernchef und dessen Ex-Mitarbeiter geraten, der als Bauernopfer der Firma jahrelang in den USA wegen Korruption im Gefängnis saß.
  • Wiesbaden: Laut HR wohl am 22. November im Programm ist Ulrich Tukur in einer Doppelrolle im skurrilen Film "Die Ferien des Monsieur Murot", was nicht umsonst an den französischen Filmklassiker "Die Ferien des Monsieur Hulot" (1953) von Jacques Tati erinnern dürfte.
  • Ludwigshafen: Im Winter kommt laut SWR der Lena-Odenthal-"Tatort: Unter Wölfen" mit Ulrike Folkerts. Es geht um Verflechtungen zwischen privaten Sicherheitsdiensten und staatlichen Auftraggebern.
  • Dresden: Der zehnte Fall seit 2016 heißt "Parasomnia". Eine 16-jährige Mordzeugin hat seit dem Unfalltod ihrer Mutter Parasomnie, eine Schlafstörung mit Schlafwandeln. Das neue traumatische Ereignis verstärkt diese Nachtangst. Sie kann sich nicht an den Mord erinnern.
  • Weimar: Nach dem zehnten MDR-Krimi mit Nora Tschirner und Christian Ulmen am 1. Juni ist ein Thüringer Film erst wieder 2021 vorgesehen.
  • Köln: Die drei diesjährigen Kölner "Tatorte" sind schon im Januar, März und Mai gesendet worden. Weiter geht es laut WDR erst 2021.
  • Kiel/Göttingen/Hamburg & Umgebung: 2020 gebe es keinen neuen NDR-"Tatort" mehr, da im ersten Halbjahr schon fünf "Tatorte" des Senders gelaufen seien, teilte der Norddeutsche Rundfunk mit.
  • Franken: Der einmal jährliche fränkische Sonntagskrimi war schon am 1. März zu sehen und steht erst im Frühjahr 2021 wieder an.
  • Saarbrücken: Der zweite Fall der SR-Kommissare Schürk und Hölzer (Daniel Sträßer und Vladimir Burlakov) mit dem Arbeitstitel «Der Herr des Waldes» wurde ab Juni statt April gedreht und kommt 2021.
  • Bremen: Die Dreharbeiten für den ersten Fall des neuen Teams sind für Herbst geplant. Im Fernsehen laufen soll er 2021. Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram und Dar Salim lösen künftig in Bremen die Fälle.
  • Heike Makatsch: Die Dreharbeiten zu einem dritten «Tatort» mit Heike Makatsch wurden laut SWR coronabedingt verschoben. Er werde im kommenden Jahr ausgestrahlt. (dpa)

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