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Taubitz rodelt in Altenberg zum Erfolg

Die junge Oberwiesenthalerin trägt tapfer die Last im deutschen Lager. Sie holt beim Heim-Weltcup überraschend den einzigen Sieg der Gastgeber.

Daumen hoch: Julia Taubitz bejubelt den Triumph.
Daumen hoch: Julia Taubitz bejubelt den Triumph. © dpa/Matthias Rietschel

Altenberg. Julia Taubitz rutschte durch den Zielbereich von Altenberg. Ihre Fäuste flogen durch die Luft, und all der Druck fiel ab. Mit dem Sieg auf ihrer Heimbahn hält sie nicht nur den Kampf um den Gesamt-Weltcup spannend. Die Oberwiesenthalerin schulterte auch erfolgreich die Last, die derzeit auf den deutschen Rodlern liegt.

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Die Dresdner Eislöwen haben das DEL2-Punktspiel gegen den EV Landshut mit 3:1 (2:0; 0:0; 1:1) gewonnen.

Fünf Wochen vor der WM vom 14. bis zum 16. Februar in Sotschi warten die weiter enttäuschenden Männer um den ehemaligen Dominator Felix Loch noch auf ihren ersten Saisonsieg, auch nach dem ersten Heimrennen des Winters: Loch belegte am Samstag Platz drei. Sogar die ansonsten gerade unschlagbar erscheinenden Doppelsitzer kassierten ausgerechnet auf eigenem Eis ihre erste Weltcup-Niederlage der Saison.

Daher mussten die Fans bis Sonntag warten. Dann endlich erfüllte Taubitz die hohen Erwartungen. "Auf der Heimbahn ist die Nervosität größer", gab sie zu. "In Altenberg habe ich das Rodeln gelernt. Ich bin nirgends so häufig gefahren. Wenn man dann vor der Familie und Freunden ein wichtiges Rennen fährt, ist das einfach ein Höhepunkt."

Die WM-Zweite setzte sich vor ihrer Hauptgegnerin Tatjana Iwanowa durch. Zur Saisonhalbzeit trennen die Spitzenreiterin aus Russland und Taubitz an der Spitze des Klassements gerade mal zwei Punkte. Beide gewannen drei der bisher sechs Rennen.

Männer und Doppel müssen sich geschlagen geben

Taubitz trägt in diesem Winter die deutschen Hoffnungen auf große Erfolge im Frauen-Rodeln quasi allein. Dabei ist sie erst 23 Jahre alt. Olympiasiegerin Natalie Geisenberger und die Olympiazweite Dajana Eitberger legen Babypausen ein, Rekordweltmeisterin Tatjana Hüfner hat ihre Karriere beendet.

Dadurch wackelt auch die Dominanz. 21-mal kam die Gesamtsiegerin im Weltcup zuletzt aus Deutschland. "Ich gebe alles dafür, dass diese Serie nicht reißt", sagte Taubitz, "aber ich bin noch jung und am Ende sicherlich auch mit einem anderen guten Ergebnis zufrieden."

Die Männer haben derzeit andere Sorgen. Loch musste sich dem Olympiasieger David Gleirscher aus Österreich deutlich geschlagen geben. Zweiter wurde Dominik Fischnaller aus Italien. Loch vergab den durchaus möglichen ersten Saisonsieg durch einen schwachen ersten Lauf. "Der zweite hat dann besser gepasst, ich hoffe, dass es bis zur WM noch bergauf geht", sagte er.

Bei den Doppelsitzern mussten sich die Weltmeister Toni Eggert und Sascha Benecken mit dem zweiten Rang hinter Thomas Steu und Lorenz Koller aus Österreich begnügen, bleiben mit den Olympiasiegern Tobias Wendl und Tobias Arlt aber trotz dieser Delle in der Statistik die Favoriten auf alle Titel. (sid)