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Hoyerswerda

Tausend Flecken und große Schnurrhaare

Nachwuchs im Zoo Hoyerswerda ist derzeit das einzige China-Leoparden-Jungtier in Deutschland.

Hat noch keinen Namen: das China- Leoparden-Jungtier.
Hat noch keinen Namen: das China- Leoparden-Jungtier. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Mit tausenden Flecken, großen Schnurrhaaren und gespanntem Blick trat der am 4. Mai geborene Leoparden-Nachwuchs diese Woche zum ersten Mal auf die Außenanlage. Es ist nicht nur der erste Nachwuchs der beiden im Zoo Hoyerswerda lebenden China-Leoparden, sondern ein ganz besonderer noch dazu. Derzeit ist es das einzige China-Leoparden-Jungtier in Deutschland.

Dreimal ein tragisches Ende

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Bevor seine Mutter BaoBao im Jahr 2018 nach Hoyerswerda kam, hatte sie bereits dreimal Nachwuchs. Jedes Mal endete es tragisch: Die Jungtiere überlebten nicht. Daher wurde vom Zuchtbuchkoordinator für China-Leoparden ein Wechsel der Partner und somit der Umzug nach Hoyerswerda vorgeschlagen, um so einen Gen-Defekt oder Erbkrankheiten auszuschließen.

Kamera an der Wurfhöhle

In den vergangenen Wochen blieb der Leoparden-Nachwuchs mit seiner Mutter in einer abgedunkelten Wurfhöhle. Der Kontakt zwischen Tierpfleger und Tier wurde so gering wie möglich gehalten. Um trotzdem einen prüfenden Blick auf das Jungtier werfen zu können, wurde die Wurfhöhle mit einer Kamera versehen. Letzte Woche stand die erste Tierarztvisite an. Das Kleine wurde auf gesundheitliche Einschränkungen gecheckt und mit den wichtigsten Impfschutzen versorgt. „Bis jetzt sieht alles sehr gut aus. Trotzdem wachen wir weiter mit Argusaugen über das Jungtier und blicken optimistisch auf seine weitere Entwicklung“, erläutert Eugène Bruins, Zoologischer Leiter des Zoos Hoyerswerda.

Die Tiere sind Einzelgänger

China-Leoparden sind Einzelgänger und das Weibchen ist allein für die Aufzucht zuständig. Nach Abgabe des Jungtieres wird BaoBao zu ihrem Partner San auf die vor kurzem eröffnete neue Anlage ziehen. Dann müssen sich die beiden wieder ganz von neuem kennen lernen und dürfen sich anfangs nur durch ein sogenanntes „Schmusegitter“ beschnuppern. Erst wenn die Leopardin Anzeichen von Rolligkeit zeigt, kann mit einer stückweisen Zusammenführung begonnen werden. Für ein erneutes Zusammentreffen der beiden Leoparden ist die Rolligkeit des Weibchens entscheidend. Ohne diese wäre die Zusammenführung zu riskant, die Tiere könnten sich verletzen oder gar töten. (SJ/red/JJ)

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