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Deutschland & Welt

Tausende protestieren gegen die IB

Eine Stadt wehrt sich gegen Rechtsextreme. In Halle gehen viele auf die Straße und protestieren gegen die Identitäre Bewegung. 

Rund 3000 Menschen haben sich in Halle der rechtsextremen IB entgegengestellt.
Rund 3000 Menschen haben sich in Halle der rechtsextremen IB entgegengestellt. © dpa

Von Romina Kempt und Petra Buch

Mit mehreren Demonstrationen und Aktionen hat Halle ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Auf Transparenten hieß es unter anderem "Nazi-Zentren dicht machen" oder "Kein Mensch braucht Nazis". Nach ersten Angaben eines Sprechers von "Halle gegen Rechts - Bündnis für Zivilcourage" beteiligten sich daran am Samstag rund 3.000 Menschen. Die Polizei sprach zunächst von mehreren Hundert Teilnehmern. Anlass war ein Treffen der Identitären Bewegung (IB), die in Halle ein Haus hat, das als Zentrum in Deutschland gilt. Der Verfassungsschutz hat die IB erst kürzlich nach jahrelanger Prüfung als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft.

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Zum Protest gegen die IB gab es im Herzen der rund 230.000 Einwohner zählenden Stadt auch ein Bürgerfest mit einem bunten Bühnenprogramm, Informationsständen sowie einer Kunstinstallation mit Zitaten zum Thema Weltoffenheit. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte auf dem Marktplatz, Extremismus jeder Art werde nicht hingenommen. Zugleich warnte er: "Das sind Zeiten, in denen wir leben, in denen Populisten, extremistische Bewegungen und Weltverschwörer mit ihren Thesen zunehmend auf fruchtbare Resonanz in Deutschland stoßen, in Europa und der ganzen Welt."

Unterdessen kam es rund um das Haus der Identitären Bewegung zu spontanen Protesten von Nachbarn und überwiegend jungen Menschen, die lautstark und mit Sitzblockaden ihrem Unmut Luft machten. Bis auf vereinzelte Rangeleien blieb es laut Polizei weitgehend friedlich. 

Den Angaben nach waren bis zum Mittag rund 250 Anhänger der Identitären Bewegung nach Halle gekommen. Am Ende wird der Aufzug der Rechtsextremen abgesagt: 

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in der Stadt im Einsatz. Viele Beamte standen mit schwerer Schutzausrüstung etwa vor dem Haus, um Protestler und Anhänger der IB räumlich zu trennen. Das Haus liegt gegenüber dem Steintor-Campus der Universität. Ursprünglich wollte die IB vom Hauptbahnhof zu dem etwa zwei Kilometer entfernten Areal ziehen. Ursprünglich sollte das gemeinsame Bürgerfest der Stadt und der Universität auf diesem Areal sein. Die Veranstalter hatten es kurzfristig auf den Marktplatz verlegt. Das Bündnis "Halle gegen Rechts" bezeichnete diesen Schritt als ein falsches Signal. Dem Bündnis gehören nach eigenen Angaben rund 100 engagierte Bürger sowie 30 Organisationen an. (dpa)