Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Tausende Sachsen noch ohne Gesundheitskarte

Ab Januar gelten nur noch Ausweise mit Passbild – andernfalls haben Versicherte zusätzliche Wege.

Teilen
Folgen
NEU!
© dpa

Dresden. Krank und keine elektronische Gesundheitskarte? Wer in dieser Situation ab Januar zum Arzt oder ins Krankenhaus muss, darf sich schon jetzt auf Ärger einstellen. Denn Ende dieses Jahres verlieren die bisherigen Chipkarten ihre Gültigkeit. Stattdessen müssen gesetzlich versicherte Patienten die neue Gesundheitskarte vorlegen, die nicht nur über einen Speicherchip, sondern auch ein Passfoto verfügt. Eine Ausnahme gilt lediglich für Kinder unter 15 Jahren und für bettlägerige Pflegebedürftige.

Zwei Wochen vor dem Start der neuen Karte sind allerdings noch längst nicht alle Versicherten damit ausgestattet, wie eine Umfrage der SZ ergab. Die meisten Kassen, darunter die Barmer GEK und die IKK classic, gehen davon aus, dass sich das bis Jahresende auch nicht mehr ändert.

Bei der AOK Plus besaßen Anfang Dezember rund 135.000 Versicherte noch keinen neuen Ausweis; das entspricht einem Anteil von fünf Prozent. Bei der Barmer GEK und der TK betrug der Anteil sieben Prozent, bei der DAK Gesundheit sogar fast zehn Prozent. Zu den wenigen bundesweit agierenden Kassen, die den Austausch der Karten bereits abgeschlossen haben, gehört die Knappschaft.

Beim Umtausch sind die Kassen auf die Unterstützung ihrer Kunden angewiesen – diese müssen ein Lichtbild abliefern. In den meisten Fällen stecke bei den Säumigen aber ein kein böser Wille dahinter, heißt es bei der AOK Plus. Gerade mal 181 Versicherte in Sachsen hätten die Abgabe eines Fotos regelrecht verweigert. Bei anderen Kassen ist diese Zahl zum Teil viel höher.

Kosten für Behandlungsscheine

Die Versicherer haben nach eigenen Aussagen alles unternommen, damit bis Ende Dezember alle Versicherten im Besitz der elektronischen Gesundheitskarte sind. Säumige wurden bis zu dreimal angeschrieben sowie in Mitgliederzeitschriften und im Internet an den Termin erinnert. Die TK kontaktiert derzeit alle Foto-Verweigerer noch einmal per Telefon.

Grund zur Panik besteht für Betroffene zwar nicht. Während einer mehrmonatigen Übergangszeit werden sie auch mit ihrer alten Versichertenkarte behandelt. Im Anschluss müssen sie sich aber einen Versicherungsschein von ihrer Kasse holen und binnen zehn Tagen in der Praxis vorlegen – und zwar für jede Behandlung neu. Ansonsten kann der Arzt die Kosten privat in Rechnung stellen. Dieses Verfahren gilt auch für Zahnarztbesuche.

Wer sich noch im alten Jahr die elektronische Gesundheitskarte besorgen will, muss sich sputen. Die Ausstellung dauert in der Regel eine Woche, wegen der Feiertage kann es aber zu Verzögerungen kommen. Bei manchen Kassen kann man das Foto in der Filiale anfertigen lassen, andere bieten auch eine Übermittlung per Internet an. (SZ/sk)